Deutsche Musik jenseits von Gesäusel, Rap und Mainstream

Voraussichtliche Lesedauer des Artikels: 2 Minuten

Kürzlich habe ich in irgend einem Film, ich weiß nicht mehr welcher es war, ein paar Takte eines in Deutsch gesungenen Liedes gehört, was ich so noch nie wahrgenommen habe. Das Lied, es heißt Bella Maria, hat mich derartig elektrisiert, dass ich sofort begann, nach Lied und Sänger zu recherchieren. Nach einiger Zeit bin ich dann auf die Musiker gekommen: Die Band hat den interessanten Namen Florian Paul und Die Kapelle der letzten Hoffnung.

Florian Paul und seine Band lassen sich – und das ist unter anderem das Spannende an diesen Musikern – nicht in eine Schublade stecken. Sie spielen eine Mischung zwischen Pop, Singer/Songwriter, Chansons und Moritaten, verbunden mit durchdachten deutschsprachigen Texten. Dabei sind sie nicht so einseitig politisch wie Konstantin Wecker, nicht so morbid wie Ludwig Hirsch, nicht so abgehoben wie Herbert Grönemeyer und schon gar nicht so austauschbar wie irgendwelche Säusel-Sänger im Stil von Tim Bendzko, Glasperlenspiel oder Revolverheld. Sie sind einfach Florian Paul und die Kapelle der letzten Hoffnung.

Auf ihrer Webseite beschreibt sich die Band wie folgt: „Vielleicht weil drei der fünf Bandmitglieder auch Filmmusik schreiben beschwören ihre Songs vergessene Orte, romantische Szenen und spannende Figuren herauf. Sie feiern mit dem Publikum das Wiedersehen mit der eigenen Erinnerung. Irgendwo zwischen Nostalgie und Neugier, zwischen Walzer und Punkrock, zwischen Pop und Chanson, finden sich Lieder über die Angst vor der Einsamkeit, über Reue, Eifersucht und den Trost der Erinnerung. Manchmal wütend, manchmal laut, oft melancholisch, meistens über die Liebe, aber immer irgendwie anders. Wie eine Nacht im Montmartre, dunkel, grell, laut, verträumt, schmutzig – aber wunderschön.“

Der Song „Bella Maria“

Wenn man die Band nur hört und nicht sieht, stellt man sich Musiker vor, die bereits ein langes Musikerleben in verrauchten Clubs, wo man den Whisky flaschenweise bestellt, hinter sich haben. Umso erstaunlicher ist es, dass Florian Paul, der Sänger mit der rauchigen Theken-Stimme, gerade einmal 24 Jahre alt ist. Im Jahre 2015 zog der Musiker aus dem Ruhrgebiet nach München, um Filmmusik zu studieren. Dort traf er seine späteren Bandkollegen Flurin Mück (Drums), Giuliano Loli (Keyboard), Nils Wrasse (Saxophon) und den Bassisten Robin Jermer. Alle vier hatten bereits Erfahrung im Musikgeschäft und sind Mitglieder unter anderem in der Band von Mark Forster, bei Dreiviertelblut oder Ark Noir.

Ende Mai 2019 kam das Debüt Album der Band „Dazwischen“ auf den Markt, es folgten Konzerte in verschiedenen Städten. Wer die Band noch live erleben will: Am 3.11.2019 spielen sie im Tipi am Kanzleramt in Berlin, und am 19.12.2019 in der Soho Stage in Augsburg.

Mit dem, was Florian Paul und die Kapelle der letzten Hoffnung mit ihrem ersten Album abgeliefert haben, kann man sicher sein, dass es sich hier nicht um ein One-Hit-Wonder handelt. Man darf sich also zukünftig auf viele weitere Werke dieser begnadeten Musiker freuen.

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