New Yorks Bürgermeister Bloomberg kann nicht mehr kandidieren

Voraussichtliche Lesedauer des Artikels: 2 Minuten

Nach 12 Jahren, also 3 Amtsperioden, kann der geschätzt 31-fache Milliardär Michael Bloomberg, der sein Vermögen durch teilweise umstrittene Finanzgeschäfte machte, nicht mehr als Bürgermeister von New York antreten.

Bloomberg wurde von vielen als „Gesundheitsfaschist“ bezeichnet, weil er Bürgerrechte im Namen der Gesundheit aussetzte. Er war Erfinder eines der härtesten Rauchverbots der USA, erst kürzlich musste sein generelles Rauchverbot in Parks wegen eines Gerichtsurteils zurückgenommen werden.

„Das ist eine totalitäre Stadtregierung, die uns alle bevormunden möchte“, sagte die Kolumnistin des Wall Street Journal, Dorothy Rabinowitz, über Bloombergs Regierung. Der Begriff „Nanny-State“ wurde nicht zuletzt aufgrund der Führung Bloombergs für New York häufigst genutzt.

Sein Plan, Softdrinks in großen Bechern zu verbieten, wurde ebenfalls durch ein Gerichtsurteil kassiert. Sein „Stop and Frisk“, also das willkürliche Anhalten und Filzen von Menschen durch die Polizei, wurde für verfassungswidrig erklärt. Es machte aus New York einen Polizeistaat. Häufigste Kritik an „Stop and Frisk“ war die Tatsache, dass hauptsächlich Schwarze und Hispanics betroffen waren. Menschenrechtsorganisationen bezeichneten das Gesetz als „rassistisch“.

Ein weiterer Plan von Bloomberg konnte noch nicht in ein Gesetz gemeißelt werden: Der Zwang zum Treppensteigen. Bei den durchschnittlich 40 Stockwerke hohen Gebäuden in New York gab es zwar viel Kritik an dieser Idee, Bloomberg konterte diese aber mit den Worten: „Bewegung und gesunde Ernährung sind die beiden wichtigsten Faktoren bei der Bekämpfung von Übergewicht und diese Programme sind Teil unseres Engagements in diesem Kampf“.

Die etwa 2.400 Journalisten, die für „Bloomberg News“ und andere Bloomberg-Firmen arbeiten, konnten Kundendaten der etwa von Banken, Händlern und Hedgefonds genutzten Bloomberg-Computerterminals abrufen – etwa, wann diese sich zuletzt eingeloggt, wie oft sie das Messaging-System genutzt oder für welche Themenfelder sie sich interessiert haben, etwa Aktien oder Anleihen. Angeblich ein „Versehen“.

Bloomberg setzte sich immer für die Reichen ein. Unter seiner Regentschaft klaffte die Schere zwischen Arm und Reich immer weiter auseinander. Die Mittelschicht wurde in New York praktisch eliminiert. New York wurde so eine Art geteilte Stadt. Der Teil, wo die Reichen sich aufhielten wurde wurde mit immensen Summen verschönert, während etwa ein Viertel der New Yorker unter der Armutsgrenze leben müssen. Die Mittelschicht, also Handwerker, kleine Selbständige und Angestellte, wurde in die Vororte vertrieben. Als die Occupy-Demonstranten dieses Übel thematisierten, wurden sie rüde aus der Stadt vertrieben.

Für jeden frei denkenden Menschen ist die Tatsache, dass Bloomberg nicht erneut für den Bürgermeister-Posten von New York kandidieren darf, ein Grund zur Freude. Ob sein Nachfolger es aber besser macht, wird man sehen.

Werbeanzeigen


Kategorien:Alle Artikel, Politik

Schlagwörter:, , , , ,

Kommentar verfassen

Diese Website verwendet Akismet, um Spam zu reduzieren. Erfahre mehr darüber, wie deine Kommentardaten verarbeitet werden.

%d Bloggern gefällt das: