Schottland und Irland

Der Hafen von Dover – Ankunft in Großbritannien

Unser diesjähriger Urlaub ging nach Schottland und Irland. Weil man Land und Leute am besten durch das Geocachen kennenlernen kann, hatten wir im Vorfeld einige Caches herausgesucht, die wir besuchen wollten. Da wir die komplette Strecke mit dem Auto gefahren sind, haben wir einige Caches bereits auf dem Weg besucht.

Beim Cache findet man eine Erklärung zum Koordinatensystem

Wir wollten auf dem Weg einerseits alte Caches besuchen und andererseits sogenannte „Kongruenz-Caches“, also Caches die an besonderen Koordinaten liegen. Einer davon liegt in Luxembourg, ist ein Virtual und heißt „The One and Only“ (GCA329). Seine Koordinaten sind N 50° 00.000 O 006° 00.000.

Der nächste „Must Have“ auf der Liste ist der zweitälteste Cache Europas mit dem schlichten Namen „Geocache“ (GC40). Auch er ist ein Kongruenz-Cache mit den Koordinaten N 50° 00.000 O 005° 00.000. Er liegt in Belgien in der Nähe von Namur.

Blick von den Weißen Felsen von Dover auf den Hafen

Wir sind dieses Jahr nicht von Calais nach Dover gefahren, sondern von Dunkerque aus, die Überfahrt dauert zwar etwas länger, aber man spart sich den Landweg nach Calais. Unser erster Cache in Großbritannien war dann ein Earthcache zu den Weißen Felsen von Dover und dann ging es schon weiter gen Norden Richtung Schottland. London haben wir großräumig umfahren.

Großbritanniens erstes Ölfeld

Leider kann ich nicht alle Caches beschreiben, die wir besucht haben, also suche ich die subjektiv interessantesten aus, wobei ich sicherlich einige vergessen werde. Erwähnenswert auf der Fahrt ist ein Earthcache, der zu einem alten Ölfeld führt „The UK’s first Oil Field“ (GC204N6). Der Spaziergang durch das Gelände war lehrreich und informativ, welch ein Glück, dass hier ein Cache liegt.

Bei einem weiteren Earthcache hatten wir ein kleines Schreck-Erlebnis. Wir stellten unser Auto auf einem Parkplatz ab und gingen Richtung Cache, der ganze Weg hatte etwa eine Stunde gedauert. Als wir zurück zum Auto kamen, bemerkten wir mit Schrecken, dass ich das Auto vergessen hatte abzuschließen. Navi, Laptop, Reisegepäck – alles war im Auto. Zum Glück war alles noch an seinem Platz – ob das in einigen Teilen Deutschlands auch so gewesen wäre?

Gretna Green, der erste Ort in Schottland

Dann waren wir endlich in Schottland. Wir haben die „Grenze“ bei Gretna Green überquert, ein Ort der dafür bekannt war, dass viele minderjährige Engländer dort geheiratet haben, weil das in England nicht möglich war. Auch heute finden dort noch etwa 5.000 Hochzeiten im Jahr dort statt. Allerdings ist das Ganze mittlerweile eine Überteuerte Touristenfalle mit Langhornrindern, Schotten in Tracht und Läden mit teurem Tand.

Endlich in Schottland

Unser wichtigstes Cache-Ziel in Schottland war die Challenge „Megalithic Scotland“ (GC2WA0T). Hier ist es die Aufgabe, in jeder Region von Schottland einen Cache zu besuchen, der sich mit einem megalithischen Thema befasst. Die einzigen, die diesen Cache bisher gelöst haben sind zwei Münchner – Monsterbox ein paar Wochen vor mir und ich. [Update Mai 2012: Mittlerweile wurde dieser Challenge-Cache von einem weiteren Cacher gelöst.] Unsere Reise ging also durch alle Regionen Schottlands, um diese Challenge zu lösen.

Eines dieser verfallenen Schlösser in Schottland

Was mich an Schottland fasziniert, sind die vielen Zeugen der Vergangenheit. Bei uns findet man kaum Ruinen, in Schottland gibt es fast an jeder Ecke diese Zeugen der Vergangenheit – und fast alle haben einen Cache. Wenn es bei uns irgendwo eine Ruine gibt, wird als erstes ein Zaun herum gezogen mit „Betreten verboten!“-Schildern. In Schottland (und Irland) habe ich es genossen, diese alten Gebäude hautnah zu erleben. Vielfach findet man auch verfallene Kirchen samt Friedhof und interessant ist es, die Geschichten dazu zu lesen, die man bei den meisten Caches findet.

Das Logbuch beweist, dass er über ein Jahr nicht gefunden wurde

Ein Cache unter den vielen wird mir sichre lange in Erinnerung bleiben: „Harelaw Cairn“ (GC12FD7). In der Beschreibung stand, dass man einen Fußweg von etwa 1/2 Meile zurücklegen müsse, um zum Cache zu gelangen. Die (damalige) T-Wertung von 1,5 ließ auch nicht zu viele Probleme erwarten, also machten wir uns auf den Weg.

Meine Frau versucht sich durch die Natur zu schlagen

Die erste 1/4 Meile war auch kein Problem, aber dann ging es los. Das, was früher einmal ein Weg oder Pfad war, war komplett überwuchert. Flachs, Dornen – die Natur hatte sich ihr Refugium zurück geholt. Immer wieder dachten wir, wir kämen nicht weiter aber immer wieder sagten wir uns, jetzt sind wir schon so weit gekommen, jetzt geben wir nicht auf. Endlich am Cache angekommen sahen wir anhand des Logbuches, dass der letzte Fund länger als ein Jahr her war – das ist in der Tat etwas besonderes. Ich habe den Owner dann angeschrieben und ihm von den Gegebenheiten berichtet und er hat die T-Wertung mittlerweile angepasst.

Whisky braucht Ruhe um zu reifen

Neben vielen Ruinen und geschichtlichen Caches durften natürlich auch die vielen Whisky-Destillerien nicht fehlen, die man in Schottland findet. Bei fast allen kann man Führungen machen – selbstverständlich mit anschließendem Probieren. Es ist wirklich spannend wie unterschiedlich der Whisky in den einzelnen Destillerien schmeckt. Selbstverständlich haben wir überall kleine Fläschchen mitgenommen. Die Tradi-Serie „Water of Life“ führt übrigens zu vielen Destillerien.

Loch Ness ist fast ein Muss für einen Schottland-Urlaub

Was wäre Schottland ohne Loch Ness! Für Cacher zu empfehlen ist die Tradi-Serie „Monster Drive“, die rund um Loch Ness führt und auch interessante Orte abseits des Touristenrummels zeigt. Die Caches werden regelmäßig gewartet und sind in einem hervorragenden Zustand. Zu erwähnen wäre vielleicht  noch der Earthcache „Catch Nessie“ (GC1TKDV), der aber eher ein Spaßcache als ein Earthcache ist.

Loch Ness, allerdings ohne Nessie

Als wir in der Gegend von Loch Ness waren, hatten wir das Pech, dass erstens Bank Holiday war, ein Ferientag in England wo die Menschen traditionell nach Schottland fahren und zusätzlich die Highland-Games in Inverness. Dies hatte zur Folge, dass wir kein freies Hotel in Inverness fanden. Wir haben dann etwas außerhalb gesucht und sahen plötzlich ein Schild „Bed and Breakfast Rooms available“. Nach einer Vollbremsung sind wir dann in einen Feldweg eingebogen und standen bald vor einem typisch britischen Haus mit Garten und schmiedeeisernem Tor. Dieses B&B bestätigte sämtliche Vorurteile, die man von Großbritannien haben kann. Eine alte Frau, Mopse, Nippes, Blümchenkaffee und Duschgel, welches mit Wasser gestreckt war. Aber wir hatten wenigstens ein Bett.

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Mehr oder weniger zufällig sind wir dann auf eine weitere Besonderheit gestoßen: Die angeblich kleinste Autofähre Europas. Gerade einmal zwei Autos passen auf das Schiff. Man fährt auf eine Scheibe, die die Autos dann dreht, damit man auf der anderen Seite nicht rückwärts von der Fähre herunter fahren muss. Später haben wir erfahren, dass es an einer der Anlegestellen einen Cache gibt, wir hätten sogar den FTF machen können, allerdings erfolgte die Freigabe als wir unterwegs waren und so war der Cache leider nicht auf unserem GPS.

Melrose Abbey, ein faszinierendes Gebäude

Ein faszinierendes Überbleibsel aus längst vergangener Zeit ist die Melrose Abbey. Wie in Großbritannien üblich, muss man zwar ziemlich viel Eintritt zahlen um die Ruine zu besichtigen, allerdings ist es auf jeden Fall lohnend. Da man dort keinen Cache legen kann, habe ich eine Challenge (die derzeitig einzige Art, einen Virtual Cache zu legen) platziert: „High above an ancient abbey„.

Dieser Felsbrocken soll verhindern, dass eine Hexe aus ihrem Grab steigt

Ein weiterer Ort, den wir ohne Geocaching niemals besucht hätten, ist „Woodplumton Witch“ (GCNGYF). Dieser Cache ist zwar archiviert, war allerdings noch auffindbar als wir dort waren. Er führt zum Grab von Meg Shelton, die 1705 verbrannt und dort begraben wurde und zwar mit dem Kopf nach unten und einem riesigen Felsbrocken auf dem Grab. Grund: Man wollte damit verhindern, dass die Hexe wieder aus ihrem Grab heraussteigen kann. Es ranken sich einige Mythen um dieses Grab – ein sehenswerter Ort!

Hier liegt der älteste Cache Europas

Langsam wurde es Zeit, Schottland zu verlassen und es ging per Fähre ab nach Irland. Wir sind Nachts um 3:00 Uhr abgefahren, um am Tag möglichst viel Zeit zu haben. Auch in Irland gibt es sehr viele Ruinen und verfallene Gebäude – allerdings mit dem Unterschied zu Großbritannien, dass dort nicht ein Verein die Gebäude besitzt und somit eher selten Eintritt für das Besuchen verlangt wird.

Einen Pflicht-Cache hatten wir uns vorgenommen: Der älteste Cache Europas, der direkt an der Ostküste Irlands liegt: Europe’s First (GC43). Dem aufmerksamen Leser dieses Artikels wird aufgefallen sein, dass seine GC-Nummer höher ist als die des zweitältesten Caches Europas in Namur. Das liegt daran, dass es ursprünglich keine GC-Nummern gab und als diese eingeführt wurden, sie in der Reihenfolge ihres Eingangs vergeben wurden – und der zweitälteste Cache wurde eher gemeldet als dieser.

Die „Weiße Kirche“ in Irland

Ein weiterer Cache war für uns persönlich etwas besonderes: „Killagha Abbey and White Church“ (GC1A1VJ). Er zeigt zu einer Kirchenruine und leider war der Cache nicht mehr vorhanden. Da uns der Ort aber so gut gefallen hatte, haben wir aus unserem Ersatzteillager eine Dose samt Logbuch genommen und dem Cache so einen Weiterbestand geschenkt. Übrigens ist dieser Cache der bis dahin weitest westliche Cache, den ich gefunden habe. Von dem einstmals weißen Prunkbau dieser Kirche sieht man nicht mehr allzu viel – man kann aber erahnen wie es hier einmal ausgesehen haben mag.

Im Blarney Castle befindet sich der „Stone of Eloquence

Ein weiteres imposantes Bauwerk ist das Blarney Castle. Hier liegt ein Virtual Cache (GCGTG2). An diesem Ort finden viele Hochzeiten statt und selbstverständlich gibt es auch einen Mythos, den „Stone of Eloquence“, den „Stein der Sprachgewandtheit“. Wer diesen Stein küsst, erlangt nach der Sage rhetorisches Geschick. Ganz einfach ist es nicht, den Stein zu küssen: Man muss sich dazu kopfüber über die Brüstung lehnen. Und, kaum verwunderlich, es steht jemand neben dem Stein, der ein Foto macht und dafür einen entsprechenden Obolus kassiert.

Ein weiterer Cache, der eher eine persönliche Bedeutung für mich hat, ist „Middle Island“ (GC32HD9). Der Grund ist, dass ich der erste war, der diesen Cache gefunden hat. So haben wir in Irland sowohl den Ältesten als den aktuell neuesten Cache gefunden.

Es gäbe noch viel zu berichten, aber irgendwann muss einfach Schluss sein. Allerdings wird es sicherlich irgendwann eine Wiederholung geben – Großbritannien und Irland sind einfach zu schön, um nicht wieder hinzufahren.



Kategorien:Alle Artikel, Geocaching, Urlaub

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