Urlaub: Mit dem Auto nach Russland

Voraussichtliche Lesedauer des Artikels: 7 Minuten
Aktualisiert am 24. September 2019
Die Grenze Estland – Russland ist an der EU-Seite gesichert wie eine Hochsicherheitsfestung

Dieses Jahr sind wir über die Baltischen Staaten zum Nordkapp gefahren und haben sowohl die russische Enklave Kaliningrad, das ehemalige Königsberg, als auch St. Petersburg besucht. Falls jemand ähnliches vorhat, möchte ich meine Erlebnisse und Tipps für die Fahrt mit dem eigenen Auto nach Russland weitergeben.

Für Russland braucht man als Bundesdeutscher ein Visum. Wie man das bekommt, habe ich in einem »anderen Beitrag beschrieben. Für Kaliningrad gibt es seit 1. Juli 2019 und für St. Petersburg ab 1. Oktober 2019 das sogenannte E-Visum, welches den Prozess um ein Visum zu erhalten erheblich erleichtert. Genaueres dazu habe ich in »diesem Beitrag beschrieben. Auch wenn uns an keiner Grenze jemand nach unserer Grünen Versicherungskarte gefragt hat: Man braucht sie. Und zwar muss man darauf achten, dass das Land Russland (RUS) nicht durchkreuzt ist. Denn dann ist ein Versicherungsschutz in Russland ausgeschlossen, und das kann teuer werden.

Versicherung überprüfen!

Wenn bei der eigenen Versicherung Russland ausgeschlossen ist, sollte man rechtzeitig (spätestens zum 30.11. eines jeden Jahres) die Versicherung wechseln und sich bestätigen lassen, dass bei der neuen Versicherung auf der Grünen Versicherungskarte Russland eingeschlossen ist.

Es besteht an einigen Grenzübergängen (zum Beispiel wenn man von Finnland aus einreist) zwar die Möglichkeit, für 25 Euro eine Versicherung für Russland abzuschließen die zwei Wochen lang gilt, derartige Agenturen gibt es aber nicht an jeder Grenze. Von Polen nach Kaliningrad haben wir zum Beispiel keine gesehen, auch nicht von Narwa nach St. Petersburg.

Wer ganz sicher gehen will, kann sich beim Auswärtigen Amt auf der Webseite Elektronische Erfassung von Deutschen im Ausland registrieren. Dann weiß das Auswärtige Amt, wo man sich befindet und kann im Falle eines Falles besser reagieren.

Internationaler Führerschein

Man benötigt einen internationalen Führerschein, den man in Deutschland problemlos bei der Führerscheinstelle erwerben kann. Wir wurden außer an der Grenze kein einziges Mal kontrolliert, daher kann ich nicht bestätigen ob der internationale Führerschein verlangt wird. Da russische Beamten aber selten Deutsch oder Englisch sprechen, ist es auf jeden Fall besser, einen internationalen Führerschein dabei zu haben. Achtung! Der internationale Führerschein gilt nur in Verbindung mit dem originalen nationalen Führerschein. Und man muss den neuen Führerschein in Scheckkarten-Größe haben. Der alte „Graue Lappen“ oder der pinkfarbene Führerschein werden nicht anerkannt. Man braucht also beide Dokumente. Den Fahrzeugschein ( offizielle Bezeichnung: Zulassungsbescheinigung Teil 1) muss man ebenfalls mitführen, aber den sollte man ja grundsätzlich mit sich führen.

(Leider unscharf) Die Tafel, in der Wartezone, an der die Autonummer erscheint

Pflicht ist außerdem ein ovales D-Schild, was man am hinteren Bereich des Autos anbringen muss. Das „D“ auf dem EU-Nummernschild reicht nicht aus. Es ist verboten, Benzin in Reservekanistern nach Russland einzuführen. Wir haben unseren Ersatzkanister vorher geleert, wir wurden allerdings nicht explizit gefragt ob der Kanister wirklich leer ist. Da aber das Benzin in Russland etwa 60 Cent/Liter und Autogas 30 Cent/Liter kostet, wäre es eh ziemlich unsinnig, Benzin nach Russland einzuführen.

Keine Russland-Karten mit Garmin-Geräten

Wer ein Navigationsgerät von Garmin hat, hat in Russland ein Problem: Garmin bietet keine Karten für Russland (mehr) an. Wie mir ein Garmin-Mitarbeiter am Telefon sagte, habe das politische Gründe. Dann muss man entweder mit dem Handy routen oder so richtig Oldschool mit einer analogen Karte. Routet man mit dem Handy, empfiehlt es sich, sich eine russische Prepaidkarte zu besorgen. Die kostet ein paar Rubel und man muss bei einem Kauf nur seinen Pass vorlegen. Es ist auf jeden Fall günstiger als mit dem teuren Auslandstarif des eigenen Telefonanbieters.

Die Wartezeiten an den Grenzen variieren. Von Polen nach Kaliningrad hat die Prozedur etwa eine halbe Stunde gedauert, es war aber außer uns kaum ein Auto da. Sowohl Polen (hier Ausreise) als auch Russland (hier Einreise) haben eigene Grenzstationen. Das Auto wurde mehr oder weniger gründlich durchsucht, ich musste die Türen und den Kofferraum öffnen und der Zollbeamte hat mit einem Spiegel und einer Lampe unter das Auto geleuchtet. Dort, wo das Reserverad ist – bei uns ist dort der Tank für Autogas – hat der Zöllner auch einen kurzen Blick hineingeworfen.

Bei der Pass- und Visakontrolle musste man sich gerade hinstellen und auf ein verdunkeltes Fenster schauen, ich denke die haben einfach die biometrischen Daten von mir mit denen im Pass bzw. im Visum verglichen. Es wurde eine sogenannte Migrationskarte ausgefüllt, die man bei der Ausreise wieder abgeben musste. Dann muss man eine Bestätigung für das Auto zweimal ausfüllen. Ein Exemplar verbleibt an der Grenze, das andere bekommt man mit. An der Grenze nach Kaliningrad gab es ein Muster in deutscher und englischer Sprache, von Estland nach Russland gab es die nur auf Russisch. Diese Bestätigung darf unter keinen Umständen verloren werden, sie wird bei der Ausreise kontrolliert bzw. einbehalten. Denn sonst muss man Einfuhr- und Zollgebühren für das Auto bezahlen und hat einen ziemlichen Zeitverlust und viel Arger. Also gut aufheben!

Autobahnen sind mautpflichtig

Es gibt einige Fahrer, die die Verkehrszeichen relativ individuell auslegen, im Großen und Ganzen ist der Verkehr allerdings ähnlich wie bei uns. Autobahnen in Russland sind Mautpflichtig, das System funktioniert ähnlich wie in Italien, in bestimmten Abständen gibt es Mautstellen, wo man die Maut entrichten muss. In Kaliningrad gibt es zwar keine Autobahnen, aber wir sind über die Kurische Nehrung gefahren und mussten sowohl auf der russischen Seite als auch auf der Litauischen Seite Maut bezahlen. Es empfiehlt sich also immer, ein paar Rubel dabei zu haben um für Mautgebühren gerüstet zu sein. Zwar werden auch Kreditkarten akzeptiert, aber bei uns wollte der Kreditkartenleser nicht so recht, so dass Bargeld durchaus seinen Vorteil hat.

Die Ausreise von Kaliningrad nach Litauen dauerte mehrere Stunden. Allerdings nicht weil die Russen so genau kontrolliert hätten, sondern die Litauer. Das Hauptproblem dort scheint zu sein, dass Benzin, Zigaretten, Alkohol und andere Dinge in Russland sehr viel billiger sind und jeder, der von Russland nach Litauen fährt, in den Augen des dortigen Zolls ein potentieller Schmuggler ist. Ich musste genau angeben, wie viel Autogas und Benzin ich im Tank habe, wie viel und was ich in Russland gekauft habe.

An der EU-Außengrenze zwischen Estland und Russland

Wenn man von Tallinn nach St. Petersburg fährt, muss man über die Grenze in Narwa. Diese Grenze hat es in sich. Man muss online einen Slot von einer Stunde reservieren, an dem man die Grenze passieren wird. Das kostet ein paar Euro und kann bis zu 30 Tage im Voraus passieren. Man kann aber nur einen Slot reservieren und meist weiß man nicht so genau, wann man an der Grenze ist. Insofern reserviert man den Slot meist auf der Fahrt kurz vor Narwa. Dann ist es aber häufig der Fall, dass es keine freien Slots mehr gibt. In diesem Fall kann man nur warten oder mit Glück einen Slot Nachts um 2:00 Uhr oder einer ähnlichen Uhrzeit erwischen. Wir hatten das Glück, am nächsten Tag einen Slot um 9:00 Uhr morgens gerade noch zu bekommen, also haben wir in Narwa übernachtet. Zu Hauptreisezeiten kann die Wartezeit aber durchaus länger dauern.

Die Waiting Area liegt nicht an der Grenze

Der linke orangene Marker zeigt die Waiting Area, der rechte rote die Grenze.

Zum Beginn des Zeitslots muss man in die sogenannte „Waiting Area“, die Wartezone, fahren. Achtung! Das ist nicht der Parkplatz direkt an der Grenze! Dort muss man das Visum für Russland, den Pass sowie den Fahrzeugschein vorzeigen. Es wird überprüft, ob man online für die entsprechende Stunde gebucht hat. Die Daten werden in einen Computer eingegeben und nun muss man warten, bis die Autonummer an einer Tafel erscheint. Leuchtet die eigene Autonummer auf, geht man wieder zu dem Häuschen und bekommt einen Ausdruck einer Bestätigung, die man an der eigentlichen Grenze vorzeigen muss. Dann verlässt man die Wartezone und fährt zur Grenze. Dort muss man an einer gekennzeichneten Stelle warten, bis per Leuchtschrift die Aufforderung erscheint, dass man in den Grenzbereich einfahren darf. Das dauerte bei uns nicht einmal eine Minute. Das massive Stahltor öffnet sich, man fährt in den Grenzbereich und das Tor geht hinter einem wieder zu.

Die Eintrittskarte in den Grenzbereich

Ahnlich wie in Polen verlief die Ausreiseprozedur aus Estland relativ problemlos. Der Zöllner prüfte Pässe, Fahrzeugpapiere und das Fahrzeug und dann durften wir über die Brücke in die russische Stadt Ivangorod, die nur durch den Fluß Narva von der gleichnamigen Estländischen Stadt getrennt ist, fahren. Dort wurde wieder eine Migrationskarte ausgefüllt sowie von uns zwei Mal die Einfuhrbestätigung des Autos. Die Kontrollen waren ähnlich gründlich wie an der Grenze zu Kaliningrad, die Zöllner und Polizisten aber hier wie dort höflich und freundlich.

Wir mögen es, mit dem Auto in den Urlaub zu fahren. Man ist unabhängig und bekommt mehr von Land und Leuten mit. Im Internet grassieren teilweise Horrormeldungen von Banditen, die sich als Polizei verkleiden würden um Touristen abzuzocken – wir haben nichts dergleichen erlebt. Auch dass in Russland gefahren wird wie auf dem Nürburgring kann ich nicht bestätigen, von Ausnahmen abgesehen. Die Beschaffenheit der Straßen kann man nicht verallgemeinern. Die meisten Durchgangsstraßen waren in einem besseren Zustand als bei uns, allerdings gibt es durchaus Nebenstraßen, die nicht in optimalem Zustand waren. Trotz der Wartezeiten an den Grenzen war das Projekt „Mit dem Auto nach Russland“ ein voller Erfolg, den wir irgend wann wiederholen werden. Einen Bericht über den gesamten Urlaub habe ich in »diesem Blogartikel beschrieben.

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  1. Wir waren dieses Jahr im Oktober in Polen und dann über Nacht nach Kaliningrad (Grenzübergang Mamonowo2). Hinwärts hat man mich an der polnischen Grenzen als Deutscher nach russischen Fahrzeugbrief gefragt?! Nachdem ich nur einen deutschen hatte (woher und wofür einen russischen bitte?) hat die Damen an der Grenze etwas gemeckert, Auto kontrolliert und uns weiter gelassen. An der Einreise nach Rus stellte sich dann raus, das mein Formular (welches ich vorab falsch ausgedruckt hatte), falsch ausgefüllt war. Hier sollte mal die Ausfüllhilfe auf der Kaliningrader Webseite mal ordentlich überarbeitet werden! Bargeld bis 10.000 nicht angeben, Autowert MUSS angegeben werden. Zudem muss das Formular beidseitig bedruckt sein. Nachdem ich vor lauter Aufregung (zum Glück war nicht viel los), auf einem Formular Vor- und Nachname vertauscht habe, wurde ich relativ unfreundlich und gleich aufbrausend von einem Grenzbeamten angepflaumt, aber hat mich dann fahren lassen. Nach Autoversicherung/Grüne Karte, Krankenversicherung hat niemand gefragt. WICHTIG: Nehmt unbedingt 1-2 Stifte mit. An der Grenze wollte mir absolut gar keiner einen Stift geben und ich hatte auch dummerweise keinen im Auto.

    WICHTIG: Sofort nach der Grenze ist eine Tankstelle, die zweite ca. 3 Km weiter, man kann nur dort eine Versicherung kaufen, sonst ist außer in der Stadt dann kein Versicherungsbüro mehr, falls auf grüner Karte RUS durchgestrichen ist. Lieber wenden und dort kaufen. Ich bin dann ohne rumgefahren, glücklicherweise hat mich keiner angehalten. Ingostrakh in Kaliningrad hat auch nur unter der Woche offen! Sa+So hat das Büro zu.

    Zurück an der Grenze RUS-PL schön brav hinten anstellen, auch wenn alle in der LKW-Spur stehen. Wir sind zur Tanke raus, zwecks WC und haben uns vorne durchgeschlängelt. Der rus Grenzbeamte hat uns hinten anstellen lassen, ok, akzeptiert.

    An der RUS Ausreisegrenze hat es sich etwas gestaut, ca. 1 Std oder so haben wir hier gewartet. Ging aber relativ flüssig. Hier wurde der Verkehr von RUS nach und nach durchgelassen. Der Hammer waren allerdings ca. 5 Std Wartezeit auf Polnischer Seite. Wir haben uns direkt beim EU Schalter angestellt, hier hats am längsten gedauert. Man hat 4 Autos in den Kontrollbereich rein fahren lassen, alle mit Spiegel fix angeschaut, ebenfalls drinnen. Danach wurden die Pässe eingesammelt und nach 10-15 Minuten pro Fahrzeug ging ein Fenster auf, man musste beantworten ob man was zu verzollen, Alk, Zigaretten und wie viel Sprit dabei hat, der Beamte zog fix die Pässe durch und man durfte fahren. 4 Autos, 35-40 Minuten warten – absolut unbegründet! Vor uns warten vielleicht so 20-30 Autos in unserer Schlange.

    Die Leute wurden mit vollster Absicht warten gelassen! Man hat gerade noch so durch die dunklen Fenster gucken können, dass die Grenzbeamten drinnen stehen, labern, Kaffee trinken, essen und alles andere als ordentlich ihre Arbeit machen. Zum Kaffee holen ist die Frau während wir in der Schlange standen bestimmt 3-4x hin und her gelaufen. Für mich als EU-Bürger absolut unverständlich und eine Frechheit! Habe mich mit anderen Wartenden unterhalten, die sind öfters durchgefahren, aber so etwas haben die auch noch nicht erlebt. Kontrolle vom Auto dauert 2-3 Minuten pro Auto. Pass-Kontrolle ebenfalls. Ich bin hier zu tiefst frustriert über so ein Verhalten, wir haben bei einem 4 Tages-Ausflug einen ganzen Tag verloren, da wir noch 450km nach Stettin fahren mussten.

  2. Wir sind im Mai letzten Jahres mit dem PKW von Ivangorod nach Narwa gefahren, da war kein Slot notwendig. Hoinzi

  3. Muß man umgekehrt, wenn man von Russland Ivangorod über Narwa nach Estland einreist auch solch einen Slot beantragen?

    • Da bin ich überfragt. Wir sind von Helsinki mit dem Schiff nach Tallinn gefahren, weil man pro Visum ja höchstens zweimal nach Russland einreisen darf. Ich habe allerdings noch von niemand gehört, dass es von Russland nach Estland so ein System mit Online-Slots gibt.

  4. Danke für diesen tollen Artikel. Fand ich sehr interessant zu lesen.

  5. Urlaub machen wir in Rybatschi auf der Kurischen Nehrung. Wir wollen über die Kurische Nehrung mit PKW nach Littauen einreisen und am Abend wieder zurückkehren. Gibt es dafür etwas außer dem Visum für die Russische Förderation , dass eine zweimalige Einreise erlaubt zu beachten? Gibt es da einen Grenzübergang?

    • Ja, es gibt einen Grenzübergang. Allerdings mussten wir dort mehrere Stunden bei der Einreise von Russland nach Litauen warten, die Grenzer dort sind äußerst genau. Wenn du das Visum für die zweimalige Einreise hast, gibt es sonst kein Problem, außer dass die Straße über die Kurische Nehrung mautpflichtig ist, sowohl auf russischer Seite als auch in Litauen.

  6. Vielen Dank für die super Beschreibung
    Man bekommt dadurch einen Einblick was auf einen zu kommt.
    Den die ganzen Horror Beschreibungen im Netz
    Sind doch sehr abschreckend.
    Und durch den Bericht erhält man schon mal einen Überblick und geht nicht unbedarft ran
    Danke
    Weiter so

  7. Danke, das ist offensichtlich ein authentischer Reisebericht aus persänlicher Erfahrung. Das kann sehr hilfreich sein!

  8. Gerade versuche ich, einen Slot in Narva zu reservieren. Leider gelingt es mir nicht, das Autokennzeichen so einzugeben, wie es wohl gewünscht ist… Kann mir jemand helfen??

    • Eingeben ohne Bindestriche oder Sonderzeichen. Bei mir hats problemlos funktioniert.

    • Hallo Bärbel, ja, ist ein bisschen gewöhnungsbedürftig: z.B. „M – RH 886“ wird zu „MRH886“. Viel Erfolg. Hoinzi

  9. Wenn ich den Bericht von Klaus Lienen lese, muss ich sagen, dass wir die richtige Entscheidung getroffen haben: Heute sind wir mit unserem Auto in Russland eingereist. Ursprünglich wollte ich eigentlich über Narwa einreisen, weil ich den Eindruck hatte, dass das der größte und damit der professionellste Grenzübergang von Estonia nach Russland ist. Da wir aber nach Moskau wollen und mir der Umweg dann doch zu groß war, haben wir es „riskiert“, den Übergang Luhamaa – Shumilkino zu nehmen. Und siehe da: völlig problemlos. Wir hatten ein Ferienhaus in Estonia, ca. 60 km entfernt, da wir aber ein bisschen Luft in die Anfahrt einbauen wollten, haben wir einen Slot für 10:00-11:00 Uhr reserviert. Angekommen sind wir dann schon kurz vor 9:00 Uhr. Die freundliche Dame an der waiting-Area hat uns sofort umgebucht (sie konnte kein Wort englisch, aber sie wusste sofort, was wir wollen) und wir konnten direkt weiter an die estnische Grenzabfertigung fahren. Die estnischen Grenzer sind wirklich relativ pingelig, da kann ich Klaus beipflichten. Sämtliche Autotüren auf, dazu Kofferraum und Motorhaube, alles mit Taschenlampe inspiziert. Unfreundlich waren sie nicht, aber sehr, sehr korrekt. Aber ok, da waren wir in 10 Minuten durch. Dann weiter zur russischen Grenze. Vor uns 6 Autos, Ampel auf rot. Es tat sich so ca. 1 Stunde nichts, mittlerweile waren wir dann 14 Autos. Dann Ampel grün, der erste rein, kurze Dokumentenkontrolle und Aushändigung der Migrationskarte zum Ausfüllen, dann weiter. Und dann ging es Auto auf Auto im 5-Minuten-Takt. Die eigentliche Kontrolle geschieht dann an zwei nicht weit auseinanderliegenden Häuschen, immer mit dem Auto. Erstes Häuschen Reisepass/Visa/deutscher Kfz-Brief. Ging relativ schnell. Zweites Häuschen ist dann der Zoll, da muss die Zollerklärung für das Auto ausgefüllt werden. Zwischendurch wird dann auch das Auto kontrolliert, wieder alle Türen, Kofferraum und Motorhaube auf, alles wurde mit einem Spiegel abgesucht (wenn ich ehrlich bin, keine Ahnung, auf was die achten). Dann mussten wir noch einen Koffer öffnen, das war’s. Die Russen waren definitv freundlicher als die Esten, die Dame, die die Passkontrolle durchführte, konnte zum Glück einige Worte englisch und hat mir erklärt, wie die Zollgeschichte abläuft, der Zöllner konnte zwar kein Wort englisch, hat sich aber extrem bemüht und wir konnten uns mithilfe einer Translator-App, die ich auf meinem handy installiert habe, ausreichende verständigen. Die ganze Geschichte war in 2 Stunden durch, um 11 Uhr konnten wir die Grenz-station verlassen und das, obwohl wir vor der russischen Kontrolle 1 Stunde stehen mussten. Also, von daher kann ich den Grenzübergang Luhamaa – Shumilkino nur empfehlen. Hoinzi

  10. tolle Informationen, leider habe ich diese Seite erst nach unserer Reise nach Kaliningrad, dann die drei Baltischen Staaten und St. Petersburg gefunden, sonst wäre unser Grenzübertritt bei Narva einfacher verlaufen. Wir haben online „Wartereihe“ reseviert und ca. zwei Std. bis zum estnische Grenzer gebraucht. Der junge Mann war Äußerst pingelig, hat sogar den Namen unserer Fahrzeuglackierung beim Hersteller geggogelt. Ansonsten kann ich alle Erfahrungen nur bestätigen und sagen, wir würden wieder mit dem Auto nach Russland fahren!
    Eine Frage noch, unsere Zollbescheinigung für das Auto ist bei der Ausreise nach Finnland nicht einbehalten, aber abgestempelt worden. Haben wir jetzt ein Problem? Auf Nachfrage beim letzten russischen, wie beim finnischen Posten wurden wir nur ahnunglos angesehen.
    Allen gute Fahrt und unvergessliche Erlebnisse!
    Linus

    • Dass die Zollbescheinigung nicht einbehalten wurde, häre ich zum ersten Mal. Aber ich denke dass es mit Stempel keine Probleme geben sollte, vielleicht das Papier sicherheitshalber bei der nächsten Reise mitnehmen, falls bei der Einreise nachgefragt werden sollte.

  11. Hallo,

    vielen Dank für diesen informativen Artikel! Ich habe ebenfalls eine Frage:
    Spielt es eine Rolle, ob die selbe Person, die mit dem PKW eingereist ist, auch wieder damit ausreist, oder darf eine andere Person mit dem PKW ausreisen?

    Vielen Dank!

    • In die Zollerklärung des Autos muss der Name des Fahrers eingetragen sein. Ich denke nicht, dass dann eine andere Person das Auto wieder ausführen darf.

    • Hallo Aranita,
      sorry, hatte im Stress der Urlaubsvorbereitungen ganz vergessen, mich bei Dir für die Infos zu bedanken, was ich hiermit nachhole. Viele Grüße. Hoinzi

    • Kein Problem, ich wünsche dir viel Spaß und einen schönen Urlaub!

    • Danke.

  12. Hallo Aranita, toller und informativer Artikel, vielen Dank dafür. Zwei Fragen, vielleicht kannst Du helfen: wir werden Ende Mai mit dem eigenen PKW über Narwa nach Rußland fahren:
    1. irgendwo habe ich gelesen (leider finde ich die Quelle nicht mehr), dass im Visum ausdrücklich „Autotourist“ eingetragen werden muss, wenn die Anreise mit dem eigenen Auto erfolgt. In unseren Visa ist kein entsprechender Eintrag vorhanden. Die russische Botschaft hüllt sich hier leider in Schweigen. Unsere Visum-Agentur hat mir hoch und heilig versichert, dass kein Eintrag (mehr) erforderlich ist. Kannst Du das bestätigen?
    2. In Russland ist eine Anmeldung erforderlich ist, wenn der Aufenthalt mindestens 7 Tage lang ist. Wir werden maximal 6 Tage in Russland bleiben (Moskau und St. Petersburg), so dass normalerweise keine Anmeldung erforderlich wäre. Allerdings gibt es ja die geänderten Bestimmungen für die Fußball-WM (innerhalb 24 Stunden). Weißt Du, ob die 24-Stunden-Anmeldung nur für WM-Besucher gilt oder ob davon alle Einreisenden betroffen sind?
    Danke im Voraus.
    Hoinzi

    • Das mit dem „Autotourist“ hatte ich auch irgendwo gelesen, das geistert im Netz herum, ich habe aber noch von niemandem gehört dass so ein Eintrag nötig gewesen wäre und wir hatten diesen Eintrag auch nicht und keinerlei Probleme mit dem Auto an der Grenze.

      Was meinst du mit „Anmeldung“? Meinst du die Bestätigung für die Übernachtung(en)? Dir braucht man grundsätzlich, egal wie lange man in Russland ist. Ob es während der WM da eine Ausnahmegenehmigung gibt, weiß ich jetzt nicht, hab davon aber bisher nichts gehört.

      Ich hoffe, ich konnte etwas helfen und wünsche dir einen schönen Aufenthalt und viel Spaß!

    • Die 24h Regel gelten für Städte, in denen die WM- Spiele stattfinden. Also auch für St. Petersburg und Moskau. Der Zeitraum der Sonderregelung gilt 10 Tage vor Eröffnung bis 10 Tage nach dem Endspiel und betrifft in dieser Zeit alle Touristen, die sich zu diesem Zeitraum in den Städten aufhalten.
      Autotourismus = Touristenvisa
      Hoinzi, vielleicht trifft man sich…. sind mit dem Wohnmobil unterwegs

    • Hallo Andreas, Danke für die Antwort. Ja, das wäre ein Ding, wenn wir uns treffen. Ursprünglich wollten wir über Narwa einreisen, weil mir scheint, dass das die professionellste Abwicklung an der Grenze wird. Aber ich denke, wir werden uns den Umweg auf dem Weg nach Moskau sparen und unser Glück über Luhamaa – Shumilkino versuchen. In Russand werden wir irgendwann Anfang Juni sein. Du wirst uns erkennen, schwarzer Pajero mit Schild „Hoinzi“ hinter der Windschutzscheibe. Viel Spaß auf Eurer Tour. Hoinzi

    • ich gucke auch /‘:). , fahr jedoch via belarus/ukraine

    • Ach Du Schande. Willst Du Dir den Belarus-Grenzübergang wirklich antun? Hast Du denn einen russischen Pass? Die lassen doch nur noch Belaren und Russen durch, oder? Hoinzi

  13. ich mächte im Juni mit Wohnwagen nach Moskau zu WM reisen.
    Wer kann mir Tips für die Grenze geben ? Pkw Einreise antrag möglichst in Deutsch
    Vielen Dank Gerhard Sprügel

  14. Servus weis jemand ob das im pass oder elektronisch vermekrt wird? weil wollen mit dem auto nach Russland im 2018 aber ohne zurück, in marrokko haben sie das gemerkt und sgab problme (3000€)

  15. Servus, weiss jemand ob die das im pass oder elektronisch vermerken? weil wollen mit dem auto nach Russland aber ohne zrücck, in marroko war es so das ich bei der ausreise aufgehalten wurd, die habens gemerkt

    • Es wird nicht im Pass vermerkt, aber das Papier, welches du bei der Einreise wegen deines Autos ausfüllen musst, musst du bei der Ausreise wieder abgeben. Hast du ihn oder das Auto nicht, musst du Erklärungen ausfüllen und Gebühren bzw. Zoll zahlen. Du bekommst einen Stempel in den Pass wo du eingereist bist und wenn das eine Grenze fürs Auto war, werden die bei der Ausreise sicher nachhaken, wenn du ohne Auto ausreist (Flughafen oder Schiff oder Bahn).

    • Top, danke dir, demfall wie Marrokko, da war der Zoll 2900€, behindert, das auto hat nur 400e wert war.

    • also war keine chance, wurde bie der einfuhr alles vermekrt, UKR-RUS, hab dann ein Unfall gebaut, auto gegen die wand, von Polizei bestätigen lassen das der wagen schrott ist und bin via vnukovo ausgereis. 1a

  16. Спасибо…Danke für den tollen Bericht. Ich war vor 2 Jahren in St. Petersburg mit dem Pkw und habe ähnliche Erfahrungen. Allerdings sind wir über Lettland eingereist…hat nur 1,5 Stunden gedauert….die lettischen Grenzbeamten kännten sich von der Freundlichkeit der Russen eine große Scheibe abschneiden! Aber Alles ging ohne Probleme ! Das Prozedere ist an der lettischen Grenze folgender….man kommt an die Grenze und muss am ersten Häuschen alle Dokumente vorzeigen, dort bekommt man einen Laufzettel. Mit diesen wird man in der Zollstation empfangen….genauestens untersucht wird das Fahrzeug und die Papiere ( Abfragen ob gestohlen, gesucht etc). Dann gibt man den Laufzettel wieder ab und kann die Schränke passieren. Auf russischer Seite ist es ähnlich…

  17. Ein wirklich toller Beitrag . Für mich goldwert, da ich mich 2018 endlich mit dem Auto auf den Weg machen mächte. Ziel Wladiwostok!
    Gibt es die Mäglichkeit sich einen Vordruck der Migrationskarte herunter zu laden?Einfach um zu verhindern das ich mich mit meinen Kenntnissen in der russischen Sprache dort zur Lachnummer mache?

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  1. Urlaub: Karlsfeld – Russland – Nordkapp und zurück – Aranitas Gedanken

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