„Fake News“ – wichtiger denn je

Fake News-Hetze ist die Bücherverbrennung des 21. Jahrhunderts

Fake News-Hetze ist die Bücherverbrennung des 21. Jahrhunderts

In Zeiten, wo von den sogenannten Mainstream-Medien schon lange nicht mehr selbst recherchiert wird, sondern von Agenturen und den Pressesprechern der Mächtigen abgeschrieben wird, sind Alternativen wichtiger denn je. Auch oder gerade wenn versucht wird, alles, was nicht im Mainstream-Strom mitschwimmt, als „Fake News“ zu diskreditieren. Nicht ohne hinzuzufügen, dass das ja alles „Rechts“ sei. Subtil baut man dann in diese Argumentationskette Medien ein, die tatsächlich dem rechten Spektrum zugeordnet sind und verallgemeinert dann. Damit bekommt man die heutigen „Linken“ recht einfach auf die gewünschte Seite. Denn wenn diese Leute den Begriff „Rechts“ hören, setzt das eigenständige Denken komplett aus und dafür der Beißreflex ein.

Ich selbst lese regelmäßig alle möglichen Medien. Von lokalen und überregionalen Tageszeitungen über Spiegel Online bis hin zu Jungle World oder sogar das Haus- und Hof-Blättchen der Grünen, der taz. Obwohl ich dieses Heft immer seltener lese, da ich bei der dort verwendeten diskriminierenden Sprache regelmäßig einen Brechreiz unterdrücken muss. Aber ich lese auch Russia Today, diverse englischsprachige sowie österreichische und schweizerische Medien. Ich habe diverse Newsletter abonniert, von denen ich mir meist die Themen, die mich interessieren genauer durchlese. Spannend dabei ist, wie unterschiedlich insbesondere deutsche und ausländische Mainstream-Medien berichten. Ein kleines Beispiel dafür fand vor ein paar Tagen statt, Thema war die Forderung des Bundesagrarministers Christian Schmidt (CSU), Bezeichnungen wie „Fleisch“ oder „Wurst“ für vegane oder vegetarische Artikel zu verbieten.

Im Morgenmagazin der ARD ging es neben dieser Meldung hauptsächlich darum, dass es ja „Leberkäse“ gäbe, der weder Leber noch Käse enthalte (eine Vielzahl ähnlicher Beispiele wurde angeführt). Übrigens: Früher war im Leberkäse tatsächlich Leber enthalten und „Käse“ stammt von der Form, die an einen Laib Käse erinnert. Aber das nur am Rande. Das Ganze gipfelte dann in der Aussage der Moderatorin, sie fände es ja gut wenn ihre Kinder wenig Fleischwaren essen und die Moderatoren waren sich einig, wie lächerlich die Forderung Schmidts doch sei. Ganz anders war die Berichterstattung in anderen Medien. Im Frühstücksfernsehen von SAT1 wurde relativ sachlich über das Thema berichtet und in vielen ausländischen Medien wies man darauf hin, dass es in der Tat Verbrauchertäuschung sei, wenn man Begriffe wie „Fleisch“ oder „Wurst“ aus reiner Profitgier für Produkte vereinnahmen würde, die keinerlei tierische Produkte enthalten. Es gab Beispiele wie „Nürnberger Lebkuchen“, der nur so genannt werden darf wenn er innerhalb den Grenzen der Stadt Nürnberg hergestellt wird. Und dass man das geplante Verbot im Sinne des Verbraucherschutzes sehen müsse.

Betrachtet man totalitäre Staaten, so haben alle eines gemeinsam: Medien sind gleichgeschaltet und es wird alles getan, um das Lesen alternativer Medien zu verhindern. Ich erinnere mich noch gut an meinen ersten Besuch in der DDR. Wir fuhren mit der Firma in einem Bus zur Wartburg und mehrmals wurde uns eingeimpft, ja keine Westmedien mitzunehmen. Und tatsächlich wurden wir an der Grenze peinlich genau nach Zeitungen und Zeitschriften durchsucht. In Nordkorea kann man derartige Zensuren noch heute live erleben. Jeffrey Fowle aus Ohio hatte während einer Reise durch Nordkorea seine Bibel auf der Toilette eines Klubs für ausländische Seeleute in Chongjin vergessen. Ein Angestellter fand das Buch mit Fowles Namen darin und verständigte die Behörden, die den Amerikaner kurz darauf am Flughafen verhafteten. Nach knapp sechs Monaten Haft konnte er das Land verlassen, angeblich hatte Wladimir Wladimirowitsch Putin, der Präsident der Russischen Föderation, sowie die Schwedische Regierung vermittelt.

Noch dürfen wir in Deutschland Medien lesen, die nicht den Mainstream-Medien zugerechnet werden. Allerdings wird subtil damit begonnen, durch Mobbing und Selbstzensur und durch Schlagworte wie „Fake News“ die Menschen auf Linie zu bringen. Das sogenannte „Netz gegen Nazis“, eine Unterorganisation der von einem ehemaligen Stasi-Spitzel geleiteten Amadeu Antonio Stiftung und unter anderem von der Wochenzeitung „Die Zeit“ und dem Deutschen Fußballbund unterstützt, listet verschiedene Medien, die nichts mit rechter Politik am Hut haben, unter dem Titel „Rechtsradikal“ bzw. „Rechtspopulistisch“. Mittlerweile ist die Seite nicht mehr öffentlich zugänglich. Auf sozialen Medien wie Twitter werden Menschen geblockt, weil sie Artikel von „Russia Today“ verlinken.

Ich bekam vor einiger Zeit eine Mail von einer Frau, die ich im Zusammenhang mit meiner früheren Tätigkeit bei der Piratenpartei kenne. Sie schrieb mir, dass sie mich auf Twitter und Facebook entfolgen müsse. Ich solle ihr nicht böse sein, es sei nicht persönlich gemeint. Ich habe dann nachgefragt, was der Grund sei und dass ich kein Problem damit habe wenn mir jemand folgt oder auch nicht. Nach längerem Zögern sagte sie mir, sie sei ja in der Frauenbewegung aktiv und man habe ihr nahegelegt, „Maskus wie diesen Aranita“ zu blocken, sonst müsse man sich überlegen, wie man weiter mit ihr zusammenarbeiten werde. Für diese Frau ist ihre Arbeit im Sinne des Feminismus wichtig, er füllt ihr Leben aus und die Drohung, aus diesem Leben ausgeschlossen zu werden sorgte dann dafür, dass sie mich zwar nicht blockte, aber doch entfolgte.

Lassen wir uns nicht ein auf die Bücherverbrennung des 21. Jahrhunderts, der „Fake News“-Hetze. Lesen wir mehr „Fake News“ und bilden uns wieder selbst eine Meinung. Das funktioniert aber nur, wenn man verschiedene Aspekte einer Sache aufnimmt und sich dann entscheidet, wie man zu dieser Sache steht. Lasst uns den Begriff „Fake News“ für freie, unzensierte, und politisch nicht immer korrekte Texte benutzen. Schlagen wir die Sprachfaschisten mit ihren eigenen Waffen. Lesen wir „Fake News“.

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Über Aranita

Humanist. Geocacher. Gamer. Freifunk. Werte: Freiheit, Gerechtigkeit. Es kommt nicht darauf an, dem Leben mehr Jahre zu geben, sondern den Jahren mehr Leben.

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