Trump, die Mauer nach Mexiko und ein Zaun

Ein kleiner Teil des Zaunes zwischen Mexiko und den USA

Ein kleiner Teil des Zaunes zwischen Mexiko und den USA

In seinem Wahlkampf sagte Donald Trump häufig, er wolle eine Mauer an die Grenze nach Mexiko bauen. Damit wolle er die „Verbrecher und Drogendealer“ abhalten, von Mexiko in die USA zu fahren und dort ihre Geschäfte zu verrichten. Was Trump bei all diesen Ankündigungen fast nie erwähnte, ist die Tatsache, dass es bereits einen zu großen Teilen unüberwindlichen Zaun zwischen Mexiko und den USA gibt, der etwa 1.000 Kilometer lang ist. Erbaut wurde er unter der Präsidentschaft von Bill Clinton und George W. Bush und bis heute wird er ständig erweitert, das passierte also auch unter dem Friedensnobelpreisträger Obama. Trump erwähnt das deshalb so gut wie nie, weil er so suggeriert, dass er allein der starke Mann sei, der die Grenze dicht machen will.

Andersherum ist es ähnlich. In Deutschland kreischen die Staatsmedien unisono davon, dass Trump eine Mauer bauen will. Es wird zwar die Berliner Mauer in Erinnerung gerufen, aber meist wird unterschlagen, dass ein unüberwindlicher Zaun seit Jahrzehnten schon an dieser Grenze Realität ist. Der Grund, den Zaun zu unterschlagen, ist ähnlich wie bei Trump. Man will suggerieren, dass es Trump allein ist, der die Grenze dicht machen will. Lediglich die Ideologie unterscheidet sich beim Weglassen. Während der eine als der starke Mann dastehen will, wollen die anderen Trump als den Bösen hinstellen, der eine Mauer baut.

Tatsächlich wird Trump sein Wahlkampfversprechen, die komplette Grenze nach Mexiko mit einer Mauer zu „sichern“, nicht halten können. Die Grenze führt beispielsweise auch durch ein Gebiet, welches von dem Indianerstamm Tohono O’odham verwaltet wird. Nur der Kongress könnte das Gebiet aus dem Trust herauslösen – das gilt als so gut wie unmöglich. Andere Teile führen durch Naturschutzgebiete, auch hier wird man keine Mauer bauen können. Es gibt auch Privatbesitz an der Grenze, und ob die Besitzer verkaufen werden, ist eher unwahrscheinlich.

Ob eine Mauer an der Mexikanischen Grenze sinnvoll ist oder nicht, kann zum momentanen Zeitpunkt nicht abschließend geklärt werden. Je nach politischer Ideologie widersprechen sich die tatsächlichen oder selbsternannten Experten. Wobei ich eher denen zustimmen möchte, die sagen, dass man Drogendealer, Schmuggler und illegale Einwanderer durch eine Mauer genau so wenig abhalten kann wie durch den Zaun. Die Schlepper werden ihre „Dienstleistung“ nur teurer machen und Schlupflöcher wird es immer geben.

Ansonsten muss man einsehen, dass jede Seite versucht, durch Weglassen oder Halbwahrheiten ihre Ideologie zu transportieren. Bei Politikern ist das ja leider zum Tagesgeschäft geworden. Wer glaubt heute schon den Sprüchen von Politikern. Erschreckend für mich ist, dass die meisten Medien, die einstmals die „Vierte Gewalt“ waren, genau so agieren wie die an ihrem Pöstchen klebenden Politiker.



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