Aufstand wegen Erotik-Plakat

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Dieses Plakat soll Jugendliche verderben

Als ob wir sonst keine Sorgen hätten. Das Werbeplakat der Erotik-Veranstaltung „Popp Nacht“ (siehe Bild) in einer Diskothek sorgte in Geretsried bei München für einen riesen Wirbel. Das berichtete das Münchner Boulevardmagazin „tz„.

Ein Leser meldete sich bei der Zeitung und berichtete über „menschenverachtende Plakate“, die in der Nähe einer Schulbushaltestelle angebracht worden seien.  Seiner Meinung nach würden durch dieses Plakat „bereits Zehnjährige verdorben“. Besonders empörte er sich über den Hinweis auf einen sogenannten „Ficken-Likör“. Hier käme Sex und Alkohl zusammen, was ja „gar nicht geht“. Er forderte allen Ernstes, dass deshalb das Jugendamt einschreiten müsse.

Auch der Rektor der Geretsrieder Realschule gab sich entsetzt. Er stellte bei der Stadt den Antrag, das Plakat zu entfernen. Die Stadtverwaltung gab sich kooperativ und will das Plakat bei „nächster Gelegenheit“ entfernen lassen. Dann sehen die Schüler das Plakat halt nicht mehr bei der Haltestelle an der Schule, sondern bei der Haltestelle, wo sie aussteigen.

Als ich vor 25 Jahren das erste mal in den USA war, wunderte ich mich darüber, wie dort Kinder und Jugendliche in Watte gepackt werden. Nach dem Rauchverbot erreicht nun auch die Prüderie den alten Kontinent. Wahrscheinlich müssen demnächst alle Zeitschriften, die erotische Titelbilder haben, eingeschweißt werden oder unter dem Ladentisch verschwinden. Unsere Kinder könnten ja „gründlich verdorben“ werden. Willkommen im Jahrzehnt der Lust- und Genussfeindlichkeit.

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