Wie Klima-Alarmisten Kinder missbrauchen

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Letzte Änderung des Artikels am 18. September 2021 von Aranita

Vor knapp zwei Jahren war die Oma noch eine „alte Umweltsau“, jetzt werden Kinder durch eine fragwürdige Aktion dazu gebracht, ihre Großeltern aufzufordern, die „richtige“ Partei zu wählen. Auf der Webseite Enkelkinderbriefe werben mehr oder weniger bekannte Prominente mit zum Teil apokalyptischen Weltuntergangs-Szenarien dafür, dass Kinder ihren Großeltern Briefe schicken sollen. Mit diesen Briefen wird Oma und Opa aufgefordert, die „richtige“ Partei zu wählen.

In einem Video werben unter anderem Joko Winterscheidt, Jan Delay und Annette Frier für diese Aktion. Frier plappert dabei die völlig an den Haaren herbeigezogenen Thesen von Annalena Baerbock nach, nachdem bei dieser Bundestagswahl die letzte Chance sei, die „Klimakrise mit politischen Maßnahmen aufzuhalten“.

Auch wenn auf der Webseite die Grünen nicht explizit erwähnt werden – neben den Grünen gibt es kaum eine Partei, die den Klima-Weltuntergangsfetisch so extrem pflegt. Auch machen Politiker der Grünen für die Aktion durchaus Werbung. Cem Özdemir twitterte „Danke @officiallyjoko, @jan_delay, #AnnetteFrier & Co für die Aktion!“. Und Renate Künast schrieb auf Twitter: „Mal einen Brief schreiben für die Zukunft? Danke für Due coole Aktion. #Enkelkinderbriefe„.

Wie die Neue Züricher Zeitung (NZZ) schrieb, ist laut dem Impressum der zugehörigen Website ein den Grünen nahestehender Berliner Unternehmensberater und ein weiterer Freund des Fernsehmoderators Joko Winterscheidt verantwortlich. Als Partner firmiert unter anderem „Fridays for Future“. 

Die Kinder brauchen die Briefe nicht selbst zu tippen. Sie müssen nur vorformulierte Textblöcke per Klick zusammenbauen und am Ende ihre Email-Adresse angeben. Hier ein Beispiel für die Textblöcke, die die Kinder auswählen können:

Textbausteine zum Auswählen bei den Enkelbriefen

Allerdings gibt es auch harsche Kritik an der Aktion. Die NZZ schrieb: „Sucht man jedoch nach einem toxischen Cocktail aus Sendungsbewusstsein, Apokalyptik und gefährlichem Halbwissen, landet man bei dieser Aktion.“ Die Bildzeitung meinte: „Es ist der ‚Enkel-Trick‘ der Klima-Aktivisten.“

Sogar die „Zeit“ äußerte sich kritisch. Unter dem Titel „Kinder sind keine Wahlkampfhelfer“ schrieb die Wochenzeitung: „…Dennoch darf man auch hier von den erwachsenen Initiatoren erwarten, dass sie sich ihrer Rolle bewusst sind. Sie sollten wissen, dass sie Minderjährige vor allem schützen und informieren sollen – und mehr nicht.“ Und in der Welt schrieb Franziska Zimmerer: „Grüne Politiker werben im Internet für Briefentwürfe, mit denen junge Menschen die Wahlentscheidung der eigenen Großeltern beeinflussen sollen. Tenor: Wer jetzt nicht die Grünen wählt, zerstört die Zukunft der Jugend. Das ist Anstiftung zum elektoralen Enkeltrick.“

Die gesamte Art und Weise der Textblöcke beschreibt ein apokalyptisches Szenario, den Kindern wird eine irrationale Angst eingeimpft. Das ganze Leben wird auf die „Klimakrise“ heruntergebrochen und es gibt keinen Ausweg, außer man wählt die „richtige“ Partei.

Mit Fakten hat die ganze Aktion nichts zu tun. Selbst wenn alle deutschen Omas und Opas auf diesen Enkeltrick hereinfallen würden: Die Großeltern haben es nicht in der Hand, den Klimawandel zu stoppen. Globale Phänomene kann man nicht in nationalen Parlamenten lösen, schon gar nicht in Deutschland und auch nicht durch Steuererhöhungen. Auch wenn manche, insbesondere Politiker der Grünen, den Satz „Am deutschen Wesen mag die Welt genesen“ wie ein Mantra vor sich hertragen.

Ganz neu sind derartig vorgefertigte Enkelkinderbriefe allerdings nicht. Die SED organisierte Anfang der 1970er Jahre eine gewaltige Solidaritätskampagne, wo Schulkinder vorgefertigte Postkarten an die in Kalifornien inhaftierte Ikone der Black Power-Bewegung, Angela Davis, verschicken mussten. Über eine Million Briefe und Postkarten erreichten die junge Kommunistin damals im Gefängnis.

Kinder zu instrumentalisieren kannte man bisher in erster Linie von totalitären Machthabern. Umso erschreckender ist die Tatsache, dass so etwas heute wie selbstverständlich wieder gemacht wird. Und dass sogar irgendwelche Prominente ihr Gesicht dafür hergeben. Kinder sollten behütet und beschützt aufwachsen und nicht von skrupellosen Alarmisten für deren politische Ziele missbraucht werden.

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