Der neue Papst – keine Hoffnung auf Erneuerung

Papst Franziskus nach der Wahl

In die Jubel-Arien auf den neuen Papst Franziskus I mischt sich immer mehr Kritik. Im ARD-Morgenmagazin vom 15.3.2013 wurde ein Interview mit einer argentinischen Frau ausgestrahlt, die sagte: „Franziskus I hat als Kardinal in Argentinien die meisten Aktionen gegen Homosexuelle veranstaltet“.

Die Haltung des Papstes gegen Homosexualität und Sexualmoral ist rigide. Er lehnt den Gebrauch von Kondomen grundsätzlich ab, und als im Jahre 2010 in Argentinien die Ehe zwischen homosexuellen Menschen eingeführt wurde, wetterte er vehement gegen die Regierungspolitik. Der Papst bezeichnet gleichgeschlechtliche Partnerschaften als „Angriff auf den Plan Gottes“, es sei ein „Schachzug des Teufels“. Ähnlich rigide geht er gegen die Abtreibung vor. Er spricht immer wieder von „Mord“ und lehnt Abtreibungen auch bei Vergewaltigungen ab.

Franziskus I mobilisierte zehntausende Demonstranten gegen die Homo-Ehe und zog mit diesen vor das Parlament. Die Präsidentin Cristina Fernandez de Kirchner sagte, sie fühle sich durch die Aktion des damaligen Kardinals an die Inquisition erinnert.

Doch nicht nur in Sachen Sexualmoral ist Papst Franziskus I ein Hardliner. Kurz nach seiner Wahl zum Papst sagte er, wer nicht an Gott glaube, glaube an den Teufel. Diese Allmachtsphantasien der katholischen Kirche haben in der Vergangenheit zu viel Leid und Elend geführt – mir wird Angst und Bange dass im 21. Jahrhundert ein Papst derartige Ansichten vertritt.

Dass der neue Papst zu Zeiten der argentinischen Militärdiktatur direkte Kontakte zur Junta gepflegt haben soll – schlimm genug. Nach Aussagen von zwei Jesuiten, die von Schergen der Militärjunta verschleppt worden waren, habe der heutige Papst die beiden damals denunziert. Zwar dementierte der Papst diese Aussagen, doch weitere Zeugenangaben bestätigten die Kontakte von Franziskus I zur Militärjunta.

Wegen seines Alters von 76 Jahren und seiner angegriffenen Gesundheit (ihm fehlt seit seiner Geburt ein Lungenflügel) gilt Franziskus I als Übergangspapst. Bleibt zu hoffen, dass seine starre Haltung zur Sexualmoral und Homosexualität, sowie seine Allmachtsphantasien und Teufels-Vergleiche sich in dieser Zeit nicht weiter durchsetzen können. Da hilft es auch nichts, wenn er mit dem Bus statt mit der gepanzerten Limousine fährt und als „Papst der Armen“ gilt.



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