Kann man Junge Piraten noch ernst nehmen?

Junge Piraten – ein Hort für Extremisten?

Junge Piraten – ein Hort für Extremisten?

Jugendorganisationen von politischen Parteien waren schon immer frecher, progressiver und gingen mit ihren Forderungen weiter als ihre Mutterpartei. Und irgendwie tat das den Altparteien ja auch gut. Frischer Wind gegen Verkrustung, Überspitzen statt Aussitzen – dieses Vorrecht der Jugend sorgt nicht nur beim politischen Boulevard für Vergnügen.

Dabei nehmen sich die Jugendorganisationen der unterschiedlichen politischen Parteien nichts. Ein Sprecher der Jungen Union forderte ein komplettes Pornographieverbot im Internet. Torsten Heinrich von der AfD, mit 30 Jahren zwar eigentlich einer Jugendorganisation entwachsen, will diese Partei vor dem “Abschleifen im politischen Mahlstrom” bewahren. Ob das ein weiteres Abdriften an den Rechten politischen Rand bedeutet, kann man allerdings nur mutmaßen.

Die JuSos von der SPD wollen mehr Geld ausgeben, insbesondere zur Bekämpfung der Jugendarbeitslosigkeit und sie treten gegen die Privatisierung von Wasser, Energie und Bahn ein. Im Prinzip wird also die Grundhaltung einer Partei bei den Jugendorganisationen verstärkt.

Und die Jungen Piraten? Angetreten waren sie mit hoffnungsvollen Ideen. “Freie Bildung, Stärkung der Bürger- und Menschenrechte sowie die freie Selbstbestimmung aller Menschen” waren ihre Triebfedern. Als wichtiger Punkt galt folgender Satz: “Das Grundprinzip der Jungen Piraten ist die Toleranz gegenüber Anderen”.  Alles sind Werte, für die auch die Mutterpartei (zumindest nach ihrem Grundsatzprogramm) steht.

Ein besonders wichtiger Satz ist folgender: “Wir haben keine Quoten oder Regelungen in Bezug auf Religion, Geschlecht, Herkunft oder Beruf und lehnen diese strikt ab, denn nur durch die Einordnung anhand solcher Merkmale kann Diskriminierung überhaupt erst entstehen” (Quelle: Erklärung zum Austritt von Susanne Graf bei den JuPis, leider nicht mehr als Link verfügbar).

Und heute? In peinlich geschwurbeltem, unleserlichem und grammatikalisch falschem “Genderdeutsch” beschlossen die Jungen Piraten: “Die gewählten Sprecher*innen sollen zur Hälfte aus sich nicht männlich identifizieren Personen bestehen. Falls nicht genügend nicht männlich identifizierende Kandidierende gewählt werden, können die sich nicht männlich identifizierenden Versammlungsteilnehmer*innen mit mehr gültigen Ja- wie Nein-Stimmen dazu entschließen, diese Plätze frei zu geben.”

Aber nicht nur inhaltlich haben sich die Jungen Piraten von einer progressiven, demokratischen und selbstbestimmten Richtung verabschiedet. Als kürzlich drei Mitglieder des Bundesvorstandes der Piratenpartei zurücktraten, weil sie erkannten, dass der Partei “in den letzten Monaten jedoch Themen und Verhaltensweisen aufgedrängt [wurden], die die ursprünglichen Ziele und die gesamte Ausrichtung in den Hintergrund geschoben haben” und damit “weite Teile unserer ideellen und personellen Basis verloren”wurden, reagierte der Generalsekretär der Jungen Piraten Europas, Lukas Martini, wie folgt:

Ähnlich unverständlich ist auch der Antrag der JuPis, den Begriff “Extremismus” abzulehnen. Die Begründung dafür ist so einseitig wie unreflektiert: “Die Extremismustheorie wird dazu benutzt, linkes Engagement gegen Rechts abzuwerten und zu kriminalisieren”. Nein, liebe Junge Piraten. Extremismus beschreibt extreme Haltungen jenseits unserer Freiheitlich Demokratischen Grundordnung (FDGO). Dazu zählen nicht nur politische Richtungen, dazu zählt zum Beispiel auch religiöser oder ideologischer Fanatismus. Wer Menschen aufgrund ihrer politischen Überzeugung, und sei diese noch so falsch in den eigenen Augen, Grundwerte wie Meinungsfreiheit oder Versammlungsfreiheit abspricht, der ist extrem. Punkt. Völlig egal, ob er das aus nationalistischen oder marxistischen Gründen tut.

Junge Menschen sind meist leichter beeinflussbar als ältere Menschen das sind. Daher sind Jugendorganisationen ja auch für Lobbyisten verschiedener NGOs noch interessanter als die Mutterparteien das sind. Bei den Jungen Piraten haben die Gender-Lobbyisten und die Lobbyisten undemokratischer und antideutscher Extremisten es geschafft, diese Organisation mit ihren Parolen und Ideologien zu  vereinnahmen. Grundwerte der Piratenpartei wie zum Beispiel die Ablehnung der Reduzierung auf das Geschlecht eines Menschen werden für die Bildung eines undemokratischen Feminats über den Haufen geworfen. Selbstbestimmung und Bürgerrechte werden für den Kampf gegen politisch Andersdenkende fallen gelassen. Was bleibt, sind Beleidigungen gegen Menschen, die nicht aufs Jota genau die eigene Meinung vertreten. Gute Besserung.



Kategorien:Alle Artikel, Gender, Politik

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