Unwort des Jahres 2016: Dümmer geht’s nimmer

Das Unwort des Jahres 2016 ist

Das Unwort des Jahres 2016 ist „Volksverräter“

Nach dem die „Unwort-des-Jahres-Jury“ schon letztes Jahr (ich habe darüber berichtet) bewiesen hat, dass es ihr nicht um Unwörter geht, sondern um die politische Umdeutung von Sprache, hat sie dies beim Unwort des Jahres 2016 erneut bewiesen. Gekürt zum Unwort des Jahres 2016 wurde der Begriff „Volksverräter“.

Die Jury begründete das unter anderem wie folgt:

„Volksverräter ist ein Unwort im Sinne unserer Kriterien, weil es ein typisches Erbe von Diktaturen, unter anderem der Nationalsozialisten ist. […] Der Wortbestandteil Volk […] steht dabei ähnlich wie im Nationalsozialismus nicht für das Staatsvolk als Ganzes, sondern für eine ethnische Kategorie, die Teile der Bevölkerung ausschließt.“

Der Duden sieht die Sache völlig anders. Dort definiert man „Volksverräter“ als „jemand, der das eigene Volk verrät, hintergeht, betrügt“. Der Begriff „Volk“ wird dabei explizit als „Masse der Angehörigen einer Gesellschaft, der Bevölkerung eines Landes, eines Staatsgebiets“ definiert.

Wie die Jury darauf kommt, dass „Volk“ für eine „ethnische Kategorie“ stehen soll, lässt sich aus der Pressemitteilung leider nicht herauslesen. Offensichtlich ist es einfach der krankhafte Versuch, nach 2015 mit „Gutmensch“ erneut einen Begriff umzudeuten, damit er in die politisch korrekte Zwangssprache passt. Interessant wäre, wie die Jury, die ja zum großen Teil aus Sprachwissenschaftlern besteht, die Aussage „Im Namen des Volkes“ bei jeden Urteil, das in Deutschland gesprochen wird, bewertet.

Laut ihrer Pressemitteilung hat die Jury „in diesem Jahr sehr lange diskutiert, ob das „Unwort des Jahres 2016“ wirklich aus dem plakativen und polemischen Sprachgebrauch stammen sollte, den Angehörige und Anhänger (diskriminierendes Gendersprech vom Autor entfernt) von Pegida, AfD oder ähnlichen Initiativen verwenden“. Angeblich hätten die Einsendungen gezeigt, „dass sich der Großteil öffentlicher Sprachkritik gegen einen diffamierenden Sprachgebrauch im Themenfeld Migration richtet“.

Jetzt frage ich mich aber doch: Was hat „Volksverräter“ mit dem Themenfeld „Migration“ zu tun? Nur weil ein paar Leute auf Demos ein Schild hochhalten, auf dem „Volksverräter“ steht? Eine derartig unsachliche Herleitung kann man schon nicht mehr als Dummheit oder Unwissenheit bezeichnen, da muss Methode dahinter stehen. Und das ist das wirklich Erschreckende am Unwort des Jahres 2016.



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