Unwort des Jahres 2015: “Gutmensch”

12.01.16

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„Gutmensch“ ist das Unwort des Jahres 2015

„Gutmensch“ ist das Unwort des Jahres 2015

Es gibt also ein neues „Unwort des Jahres“. Nachdem man bereits 2011 versucht hatte, „Gutmensch“ als Unwort des Jahres zu benennen, hat man es jetzt endlich geschafft. Die Begründung der Jury, die aus vier Sprachwissenschaftlern und einem Journalisten besteht, lautet wie folgt:

„Als „Gutmenschen“ wurden 2015 insbesondere auch diejenigen beschimpft, die sich ehrenamtlich in der Flüchtlingshilfe engagieren oder die sich gegen Angriffe auf Flüchtlingsheime stellen. Mit dem Vorwurf „Gutmensch“, „Gutbürger“ oder „Gutmenschentum“ werden Toleranz und Hilfsbereitschaft pauschal als naiv, dumm und weltfremd, als Helfersyndrom oder moralischer Imperialismus diffamiert.“

Ich weiß ja nicht, woher diese „Sprachwissenschaftler“ zu dieser Erkenntnis kommen. Fakt ist, sie ist sachlich falsch. Allerdings, wer sich auf der offiziellen Webseite der Organisation mit der für Menschen mit Schreib- Lese-Schwäche, Sehbehinderten oder Menschen mit nicht deutscher Muttersprache diskriminierenden Schreibweise als „SprachwissenschaftlerInnen“ bezeichnet, denen muss man Lobbyarbeit für eben dieses Gutmenschentum unterstellen.

Als „Gutmensch“ werden nämlich nicht die Menschen bezeichnet, die sich ehrenamtlich für die Flüchtlingshilfe oder viele andere Dinge engagieren. Außer vielleicht von ein paar Spinnern, die ebenfalls Sprache für ihre Propaganda missbrauchen. „Gutmenschen“ sind Menschen, die politische Korrektheit und Tugendterror bis ins Absurde hinein übertreiben. Menschen, die ihren Lebensstil mit Gewalt und gegen andere Menschen auf alle übertragen wollen. Als typisches Beispiel hierfür kann man die Verbotspartei Bündnis 90/Die Grünen oder Feminaten nennen. Ich empfinde es als Frechheit und Beleidigung, wenn man Menschen, die ehrenamtlich arbeiten, für etwas vereinnahmt, was sachlich und fachlich einfach nicht stimmt.

Der Duden beschreibt übrigens den Begriff „Gutmensch“ wie folgt: „[naiver] Mensch, der sich in einer als unkritisch, übertrieben, nervtötend o. ä. empfundenen Weise im Sinne der Political Correctness verhält, sich für die Political Correctness einsetzt“ – und trifft damit den Nagel punktgenau auf den Kopf.

Sprache umzudeuten und für die eigene Propaganda zu missbrauchen, ist so neu nicht. Man findet das hauptsächlich in totalitären Systemen. So musste man im sogenannten „Dritten Reich“ New York als „Neu York“ bezeichnen. Auch die Sprachverkünstelungen der DDR sollten vielen noch in Erinnerung sein. Jemand, der sich als Sprachwissenschaftler bezeichnet, sollte wissen, wie man Sprache für Propaganda umdeuten kann. Um so schlimmer empfinde ich es, wenn man selbst diese widerliche Form der Sprachumdeutung betreibt und ein Wort wie „Gutmensch“ so lange umdefiniert, bis es in das eigene pseudoreligiöse und ideologische Weltbild passt.

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Über Aranita

Humanist. Geocacher. Gamer. Freifunk. Werte: Freiheit, Gerechtigkeit. Es kommt nicht darauf an, dem Leben mehr Jahre zu geben, sondern den Jahren mehr Leben.

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  1. Unwort des Jahres 2016: Dümmer geht’s nimmer | Aranitas Gedanken - 10.01.17

    […] dem die „Unwort-des-Jahres-Jury“ schon letztes Jahr (ich habe darüber berichtet) bewiesen hat, dass es ihr nicht um Unwörter geht, sondern um die politische Umdeutung von […]

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