VW, die Currywurst und der Zeitgeist

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Die allseits beliebte Currywurst

In den letzten Tagen ging ein Thema neben Corona und Klima landauf, landab durch die Presse: Das Aus der Currywurst bei VW. Das Manager Magazin titelte: „Volkswagen streicht die Currywurst“, die „Welt“ schrieb: „Volkswagen streicht Currywurst vom Speiseplan“ und die Leipziger Volkszeitung fragte: „Schafft VW in Sachsen nach dem Verbrenner auch die Currywurst ab?“. Sogar der Ex-Kanzler Schröder äußerte sich und die „Bild“ titelte „Alt-Kanzler Schröder empört über Currywurst-Aus bei VW“.

Um was geht es wirklich? Tatsache ist, dass VW versucht, sich dem Zeitgeist anzubiedern. Und der ist in den Augen der VW-Bosse unter anderem vegetarisch und vegan. Laut der Allensbacher Markt- und Werbeträger-Analyse aus dem Jahr 2020 lag die Anzahl der Vegetarier in Deutschland bei 6,50 Millionen, also etwa 7,8 Prozent. Noch extremer sieht es bei Veganern aus. Davon gab es 2020 nach der selben Analyse gerade einmal 1,13 Millionen, also etwa 1,35 Prozent. Merke: Diejenigen, die am lautesten schreien und von denen Berater meinen, sie seien ganz arg wichtig, sind häufig nur recht wenige.

Nun ist es ja grundsätzlich ein positives Signal, wenn man auch Minderheiten unterstützt. Wenn man es aber so weit treibt, dass dadurch die Mehrheit ignoriert wird, ist das zwar derzeit auch sehr modern, man braucht sich aber nicht zu wundern, wenn Gegenwind kommt. Ähnlich ist es bei der Hauptkantine von VW. Würde man zusätzlich zu normalem Essen auch vegetarische oder vegane Kost anbieten, gäbe es keine Probleme. Die gibt es aber, wenn man aus ideologischen Gründen Fleisch komplett verbannt. Angeblich würden das die Beschäftigten so wollen, so die VW-Oberen und überhaupt ist für VW-Boss Herbert Diess das Ende der Currywurst „ein immenser Fortschritt“ und natürlich auch „viel zeitgemäßer“. Außerdem wolle man Im Konzern durch vegetarische Kost und mit Chemie durchsetzten Veganprodukten „CO2 einsparen“.

VW will mit seinem Anbiedern an den grünextremistischen Zeitgeist sicher versuchen, seinen schlechten Ruf, der durch die Abgasbetrügereien entstanden ist, zu verbessern. Vince Ebert hat ja, ohne VW direkt zu benennen, das Thema Zeitgeist und Autobauer gut auf den Punkt gebracht. Er schrieb: „Was ist typisch deutsch? Wenn studierte Theaterwissenschaftler utopische Grenzwerte beschließen, Ingenieure und Automanager aus Feigheit vor einer öffentlichen Konfrontation kuschen und dann hintenrum versuchen, das Ding mit unlauteren Mitteln hinzubiegen.“

So ganz positiv wird die Aktion von VW allerdings nicht aufgenommen. Der VW-Betriebsratssprecher Heiko Lossie sagte der Bild-Zeitung: „Ohne Mampf kein Kampf. Es ist ein emotionales Thema, die Currywurst ist ein Kultobjekt bei uns“. Ähnlich äußerte sich Altkanzler Gerhard Schröder bei LinkedIn: „Wenn ich noch im Aufsichtsrat von VW säße, hätte es so etwas nicht gegeben.“ Denn die Wurst sei „einer der Kraftriegel der Facharbeiter in der Produktion. Das soll so bleiben“.

Ganz wird die VW Currywurst, die sogar mit „199 398 500 A“ eine eigene Produktnummer hat, bei VW allerdings noch nicht verschwinden. Noch gibt es durchaus andere Kantinen außer der Hauptkantine, wo das Kultgericht angeboten wird. Aber VW zeigt, wohin der Weg gehen wird: Immer dem Zeitgeist nach oder dem, was irgendwelche Berater für Zeitgeist halten. Und das ohne Rücksicht auf Verluste und ohne die Mehrheit der Menschen mit einzubinden.

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1 Antwort

  1. Kriminelle Manger, salongrüne Extremisten, ein bizarres, aber völlig logisches Bündnis.
    Und Vince Ebert sagt so nebenbei nochwas Anderes: Auch die Wissenschaft hat sich längst verkauft an den linksfaschistischen Zeitgeist.

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