Frau bricht Fasten wegen „verführerischer Werbung“ und verklagt deshalb McDonald’s

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Letzte Änderung des Artikels am 12. August 2021 von Aranita

In Russland hat eine Frau den Fastfood-Riesen McDonald’s verklagt. Grund: Die Werbung für Cheeseburger sei so verführerisch gewesen, dass sie nicht weiterfasten konnte und sich in der nächsten Filiale einen Cheeseburger kaufen und diesen essen musste. Das berichtete die britische „Times“ sowie RT Deutsch.

Die Frau aus Sibirien, die in Moskau wohnt, bekennt sich, wie RT Deutsch berichtete, zur Glaubensgemeinschaft der russisch-orthodoxen-Kirche. Ähnlich wie in der römisch-katholischen-Kirche sollten Gläubige vor dem Osterfest 40 Tage lang fasten. Seit 16 Jahren gelang ihr dies auch problemlos, aber im Jahr 2019 sah sie eine Werbung für Cheeseburger und Chicken McNuggets von McDonald’s in der Stadt Omsk. Sofort eilte sie zur nächsten Filiale des Fastfood-Konzerns, kaufte sich einen Cheeseburger und aß diesen. Damit brach sie ihre Fastenzeit, die sie bereits 30 Tage lang durchgehalten hatte. McDonald’s habe, so die Frau, durch die verführerische Werbung ihre religiösen Gefühle verletzt.

Ihre Klage begründet die Russin mit dem Gesetz zur Kriminalisierung von Handlungen, die „die religiösen Gefühle von Gläubigen beleidigen“ könnten. Dieses Gesetz ist seit dem Jahr 2013 in Russland in Kraft. Grund dafür war wohl die Aktion der ehemaligen Punkband Pussy Riot, die im Jahr zuvor in die Moskauer Christ-Erlöser-Kathedrale eingedrungen waren und ein Lied vorgetragen hatten, in dem sie die Jungfrau Maria aufgefordert hatten, Russland von seinem „autoritären Präsidenten“ zu befreien.

In ihrer Klage führte die Frau weiter aus, dass die McDonald’s-Werbung ein Verstoß gegen den Verbraucherschutz sei. Sie ersuchte das Gericht, deshalb zu verlangen, dass die Fastfood-Kette sie für ihre „moralische Kränkung“ entschädigen solle. Dafür forderte sie als „Sühne“ 1.000 Rubel (knapp 12 Euro). Laut „Times“ hat sich der Burger-Konzern bisher nicht zu der Klage geäußert. Ein Vertreter der russisch-orthodoxen Kirche kommentierte gegenüber der Nachrichtenagentur RIA Nowosti die Klage der Christin mit folgenden Worten: „Ich rate ihr, zur Beichte statt vor Gericht zu gehen“. Ein Gericht aus Moskau, welches für den Fall zuständig ist, bestätigte der Nachrichtenagentur TASS, die Klage erhalten zu haben. Ein Termin für die einleitende Anhörung steht allerdings noch nicht fest.

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