Keine Impfpflicht für Veganer?

Voraussichtliche Lesedauer des Artikels: 2 Minuten

Für einige Berufe wie zum Beispiel Pflegeberufe gilt in Großbritannien eine Impfpflicht. Man behauptet, dass durch diese Maßnahme vor allem in Krankenhäusern und Altenpflegeheimen Personen, die besonders gefährdet seien, vor dem Virus geschützt würden. Auch einige Firmen wie Google oder Netflix zwingen ihre Mitarbeiter, sich impfen zu lassen. Es gibt aber eine Ausnahme: Veganer sind von der Impfpflicht ausgenommen.

Dabei ist Veganismus ja keine Krankheit, sondern eine parareligiöse Ideologie. Und genau das ist der Grund. Im Corona-Impfstoff stecken zwar keine Tierprodukte, Veganer beschränken sich aber nicht darauf, keine tierischen Speisen zu sich zu nehmen, sondern sie weigern sich auch, Produkte, bei denen Tierversuche angewendet werden, zu essen oder zu benutzen. Und Corona-Impfstoffe sind nun einmal an Tieren getestet worden. Im Jahre 2020 entschied nun ein britisches Gericht, dass man Veganer nicht verpflichten könne, sich impfen zu lassen. Das berichtete unter anderem die Stuttgarter Zeitung.

Die Vegan-Lobby sieht das Ganze gemischt. Im Gegensatz zur üblichen Lautstärke halten sich die Lobbyisten erstaunlich zurück. Einerseits wollen sie ihre Ideologie nicht verwässern, andererseits sind die meisten durchaus der Meinung, Impfen sei eine gute Sache. Das Magazin „Conservative Woman“ zitiert Jeannette Rowley, eine Rechtsanwältin bei der Vegan Society: Sie sagte, sie habe rund 100 Nachrichten von besorgten Veganern erhalten, die angeblich psychologisch sehr betroffen sind, weil sie aus dem Dilemma der veganen Ideologie und der „Verantwortung gegenüber der Menschheit durch eine Impfung“ nicht alleine herauskommen würden.

Die neue Lücke bei der Impfpflicht in Großbritannien wird mittlerweile auch von Impfkritikern genutzt. Der Anti-Lockdown-Aktivist Laurence Fox bewarb die vegane Lücke auf Twitter wie folgt. „Von diesem Tag an identifiziere ich mich selbst als Trans-Veganer. Ich werde nur pflanzliche Lebensmittel und mittelgroße Lendensteaks essen. Und“, fügte er hinzu, „Huhn, Schweineschnitzel und Salami.“

Ob in Deutschland eine Impfpflicht verfassungsrechtlich möglich ist, sehen Juristen durchaus unterschiedlich. Friedrich Straetmanns, Richter am Sozialgericht Detmold, bezeichnet eine Impfpflicht gegenüber RT Deutsch als „verfassungsrechtlich bedenklich“. Er meint, der Staat müsse bei Einschränkungen auch über Entschädigungen nachdenken. Es gibt zwar bereits für bestimmte Personen die Impfpflicht gegen Masern, dieses Gesetz ist aber noch nicht höchstrichterlich geklärt. Sicher ist nur, dass eine Impfpflicht eine im Einzelnen zu begründende Angemessenheit der Maßnahme bedarf. Dies kann derzeit wohl nur schwer entschieden werden, da es keinerlei Kenntnisse darüber gibt, ob und welche Langzeitschäden durch die Corona-Impfung eintreten können.

Beitrag auf sozialen Netzwerken teilen:


Kategorien:Alle Artikel, Politik

Schlagwörter:, , , ,

Kommentar verfassen

Diese Website verwendet Akismet, um Spam zu reduzieren. Erfahre mehr darüber, wie deine Kommentardaten verarbeitet werden.

%d Bloggern gefällt das: