Wegen Denunziantin: Facebook löscht Hilfsprojekt für Afrika

Aus Negerball wurde auf Facebook Negaball

Aus Negerball wurde auf Facebook Negaball

Seit über 40 Jahren gibt es im Bayerischen Wald einen Faschingsball, dessen Erlöse Projekte in Afrika zu Gute kommen. Der Ball wurde Ende der 70er Jahre als „Jugend tanzt für Afrika“ ins Leben gerufen, aber bald im Volksmund „Negerball“ genannt. Das klang weniger sperrig und erklärte den Zweck des Balles genau so gut, wenn nicht  besser.

Über die Jahrzehnte hinweg gab es keinerlei Probleme, der Ball mit seinen jeweils etwa 500 Besuchern war ein voller Erfolg. Mit anderen Aktionen zusammen konnten die Veranstalter, die sich den Namen KiRiKi gaben, mittlerweile 250.000 Euro für ihre Projekte sammeln. Der Name steht übrigens für die drei Pfarreien aus Kirchberg, Rinchnach und Kirchdorf, die den Negerball veranstalten. Das gesammelte Geld verschwindet weder ganz noch teilweise in irgendwelchen Verwaltungen oder sonstigen Kostenstellen, sondern wird von Freiwilligen auf eigene Kosten direkt zu den verschiedenen Projekten nach Afrika gebracht.

Alles lief bestens, bis man in diesem Jahr auf die Idee kam, den Faschingsball auch bei Facebook anzukündigen. Eine junge Deggendorferin, die, wie das „Wochenblatt“ berichtete, ihren Namen nicht nennen will, echauffierte sich über den Namen „Negerball“: „IST DAS DEREN ERNST????? wieso greift das keiner ein, um zu verhindern, dass jemand ne Veranstaltung so nennt, bzw wieso sagt da keiner was???? Das ist in HÖCHSTEM MAßE rassistisch!!!“ tobte die junge Frau auf Facebook. Und wenn man im nächsten Jahr immer noch den Namen verwenden würde, erwäge sie rechtliche Schritte gegen die Veranstalter. Zwar versuchte man, die Frau zu beruhigen in dem man ihr erklärte, dass mit den Einnahmen Hilfsprojekte in Afrika unterstützt werden und dass das nichts mit Rassismus zu tun hat, aber die Deggendorferin ließ in ihrer Wut nicht locker. Sie griff zum Mittel der Denunziation und meldete die Veranstaltung bei Facebook als missbräuchlich.

Im deutschen Bereich von Facebook ist die Bertelsmann-Tochter Arvato für Zensur und Löschungen zuständig, die, wie der NDR berichtete, diese Arbeit mit 600 Mitarbeitern durchführt. Und prompt wurde die Seite mit dem Veranstaltungshinweis für den Negerball auf Facebook gelöscht.

Die Veranstalter wollen sich allerdings nicht ins Bockshorn jagen lassen. „Lediglich die Facebook Veranstaltung werden wir umbenennen müssen“, so KiRiKi-Sprecherin Theresa Wiederer gegenüber dem Wochenblatt. „Der Ball an sich wird den traditionellen Namen behalten.“ Mittlerweile ist die Veranstaltung wieder bei Facebook eingetragen, nun unter dem Namen „Negaball“. Man darf gespannt sein, wie lange sich dieser Name in der heutigen Zeit der selbstgerechten Denunzianten halten wird.



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