US-Playboy zeigt wieder nackte Menschen

Der Playboy im Jahre 2016 (links) und im Jahre 2017 (rechts)

Der Playboy im Jahre 2016 (links) und im Jahre 2017 (rechts)

Im Februar 2016 wurden die amerikanischen Leser des Magazins Playboy, welches man nur wegen der interessanten Texte kaufte, geschockt. Denn der Playboy verkündete, ab sofort keine nackten Menschen mehr zeigen zu wollen.

Was wurde vor einem Jahr darüber spekuliert, welche Gründe für diese Entscheidung wohl ausschlaggebend waren. Der Playboy wolle sich der amerikanischen Prüderie anpassen und endlich seine Titelbilder auch auf Facebook zeigen, war eine der Spekulationen. Andere meinten, man wolle nicht mehr Prügelknabe der Radikal-Feministen sein. Für die ist der Playboy ja „das sexistische Leitmedium schlechthin“, so die feministischen Prüderisten, „welches für die patriarchale Verdinglichung des weiblichen Körpers steht“.

Der Playboy selbst begründete seine damals neue Politik damit, dass es im Netz genug Erotik und Pornographie gäbe und man sich auf gute Artikel und angezogene erotische Frauen konzentrieren wolle. Allerdings verdient der Playboy-Konzern das meiste Geld gar nicht mit dem Magazin selbst, sondern mit der Lizenzierung der Markenrechte für Merchandise-Produkte wie Kleidung, Badezubehör, Schmuck, oder auch Schnaps. Funfact am Rande: Etwa vierzig Prozent des Umsatzes macht der Konzern allein in China, einem Land also, in dem es das Heft gar nicht zu kaufen gibt. Tatsache war allerdings auch, dass die Auflage des Magazins von 5,6 Millionen Exemplaren im Jahre 1975 auf 800.000 im Jahr 2016 geschrumpft war.

Jetzt vollführt der Playboy also eine Rolle rückwärts und bezeichnete die damalige Entscheidung als Fehler. „Ich bin der erste, der zugibt, dass die Art und Weise, wie das Magazin mit Nacktheit umgegangen ist, altmodisch war – aber sie vollständig zu entfernen, war falsch“, schrieb Cooper Hefner, Chef-Kreativer und Sohn des Magazin-Gründers Hugh Hefner nun. „Heute nehmen wir uns unsere Identität wieder, und wir gewinnen zurück, wer wir sind“. Und da man selbstverständlich auf die sogenannten Sozialen Medien setzt, verbreitete der Konzern über seinen offiziellen Twitter-Account des Magazins am Montag das Titelbild der Ausgabe März/April, natürlich versehen mit einem Hashtag: #NakedIsNormal, auf Deutsch, Nacktsein ist normal.

Übrigens: Im deutschen Playboy wurden auch im letzten Jahr nackte Menschen gezeigt, was die Bild-Zeitung damals zu dem Kommentar „Ätsch, ihr Amis!“ herausforderte.



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