Kritik an den „Rainbow cars“ der britischen Polizei

Voraussichtliche Lesedauer des Artikels: 3 Minuten

Seit einiger Zeit setzt die britische Polizei sogenannte „Rainbow cars“ ein, also Streifenwagen, die statt der bisherigen Farbgebung in Blau und Gelb nun in bunten Regenbogenfarben durch die Straßen fahren.

Wie die Zeitung Telegraph meldete, wolle man durch diese Farbgebung die Menschen ermutigen, rassistische, homophobe und transphobe Vorfälle zu melden, die ihnen im Netz begegnen könnten. Zumindest begründete die stellvertretende Polizeipräsidentin Julie Cooke, die bei der Polizei von Cheshire arbeitet, auf dem Instagram-Account yourpolice.uk die Maßnahme. Weiter sagte sie, die Kosten für das Umfärben der Autos, die sie „hate crime cars“, also „Hassverbrechen-Autos“ nennt, seien „ziemlich gering“, dafür seien die Auswirkungen „enorm“.

Ein Sprecher des National Police Chiefs‘ Council (NPCC) sagte auf Anfrage des Telegraph, man habe keine Zahlen darüber, wie viele Polizeiautos umgefärbt wurden. Der Grund dafür sei, dass man es den einzelnen Unterabteilungen der Polizei selbst überlassen habe, wie viele Autos jede Abteilung umfärben wollte.

Die Zahlen der sogenannten „Hass-Kriminalität“ habe sich, so eine weitere Begründung für das Umfärben der Polizeiautos, in den letzten Jahren mehr als verdoppelt. Hier passt allerdings ein Zitat, welches man Winston Churchill zugeschrieben hat: „Traue keiner Statistik, die du nicht selbst gefälscht hast“. Denn nicht nur, dass die angebliche „Hass-Kriminalität“ zum allergrößten Teil aus Kommentaren anonymer Benutzer in sozialen Netzwerken stammt, es also keine richterlichen Urteile gibt, jede Anschuldigung wird von der Polizei als „Hassverbrechen“ gezählt. Einen Nachweis über tatsächliche Straftaten dieser Art braucht es dafür nicht.

Allerdings gibt es auch massive Kritik an den regenbogenfarbenen Polizeiautos. Harry Miller, ein ehemaliger Polizist und Gründer der Kampagnengruppe „Fair Cop„, sagte dem Telegraph: „Warum sehen wir die Polizei nicht mit speziellen Autos für Messerkriminalität, obwohl die Zahl der Messerstechereien in London erschreckend ist?“ Und weiter: „Das Problem ist, dass man beim ersten Anblick eines Regenbogenautos weiß, dass es sich um eine Polizei handelt, die sich nur für einige sehr umstrittene Themen entschieden hat. Sie sehen kein Polizeiauto oder einen Polizisten mehr, der alle Menschen aus allen politischen Richtungen, ohne Angst oder Vorlieben zu unterstützen. Sie haben buchstäblich ihre Farben an den Mast gebunden und ihre Autos mit ihren politischen Neigungen lackiert“. Miller fasst seine Meinung wie folgt zusammen: „Sie sind vom Verfolgen echter Kriminalität zur Gedanken- und Sprachverfolgung übergegangen, weil es einfacher ist.“

Erst im Juni hatte Stephen Watson, der Chef der Polizei von Greater Manchester, seinen Mitarbeitern die „Woke-Geste“, also sich auf eine bestimmte Art niederzuknien, verboten. Das berichtete der Mirror. Er würde nur vor der Königin, Gott und seiner Frau niederknien, so Watson. Auch das Tragen von regenbogenfarbenen Schnürsenkeln oder die Farben anderer Kampagnen auf Anstecknadeln oder Abzeichen verbot der Polizeichef. Seine offizielle Begründung war, dass die Öffentlichkeit die Nase voll habe von diesem „woken Getue“. Außerdem würde die Unparteilichkeit der Beamten durch derartige Kampagnenzeichen untergraben.

Weiter betonte Watson, dass sich Beamte in eine schwierige Lage bringen könnten, wenn sie beispielsweise bei Demonstrationen jemanden verhaften müssten, der die selben Abzeichen trage wie der Polizist. Es bestünde die Gefahr, dass die Polizisten bei Gerichtsverhandlungen nicht mehr unparteiisch und professionell aussagen könnten.

Ob sich die Befürworter oder Gegner der regenbogenfarbigen Polizeiautos letztendlich durchsetzen werden, wird man in der Zukunft sehen.


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